Grossbritannien
Wikileaks-Gründer Julian Assange verhaftet – hier wird er aus der ecuadorianischen Botschaft gezerrt

Wikileaks-Gründer Julian Assange ist in London in der Botschaft Ecuadors festgenommen worden. Der gebürtige Australier lebte dort seit Juni 2012 im selbstgewählten Exil.

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Der 47-Jährige wollte so einer Festnahme und der von ihm befürchteten Auslieferung an die USA entgehen. Vor der Festnahme am Donnerstag entzog die Regierung Ecuadors Assange das diplomatische Asyl, mit der Begründung, er habe gegen Regeln verstossen. Die britische Polizei teilte mit, der Botschafter habe sie in die Botschaft "eingeladen".

Unklar war bislang, ob es in den USA überhaupt eine Anklage gegen Assange gibt - und was ihm in dem Fall genau vorgeworfen wird. Mitte November 2018 wurde aber bekannt, dass Assanges Name wohl versehentlich in einem US-Gerichtsdokument auftauchte.

Hier wird Julian Assange aus der Botschaft von Ecuador gezerrt und verhaftet
19 Bilder
Julian Assange wir in einem Polizeiauto zum Gerichtsgebäude gefahren.
Der verhaftete Julian Assange kommt am Gerichtsgebäude an.
Der verhaftete Julian Assange kommt am Gerichtsgebäude an.
Julian Assange vor dem Gerichtsgebäude.
Grosser Auflauf: Journalisten und Polizisten vor dem Gerichtsgebäude.
Julian Assange bei einem Auftritt auf dem Balkon der Niederlassung Ecuadors in London. (Archiv)
Ein Kampagnenfahrzeug für Wikileaks vor der ecuadorianischen Botschaft in London.
Alle Proteste nützten nichts gegen die Festnahme von Julian Assange: Demonstrant vor der ecuadorianischen Botschaft in London. (Archiv)
Seit Jahren musste Julian Assange in der Botschaft von Ecuador in London ausharren. Aufgenommen am 19. Mai 2017
Ecuadors Präsident Lenin Moreno wirft Wikileaks-Gründer Julian Assange vor, gegen die Asyl-Auflagen verstossen zu haben. Auf der Enthüllungsplattform Wikileaks wurden Fotos, Videos und private Unterhaltungen des Präsidenten veröffentlicht. (Archiv)
Julian Assange beim Balkon der Botschaft Ecuadors in London, in der er sich seit Jahren aufhält. Aufgenommen am 19. Mai 2017
Wikileaks-Gründer Julian Assange lebte seit 2012 in der Botschaft Ecuadors in London. In mehreren Ländern eröffnete die Justiz Ermittlungsverfahren gegen ihn. (Archivbild)
Julian Assange am 19. August 2012 in London auf dem Balkon der Botschaft von Ecuador. (Archiv)
Wikileaks-Gründer Julian Assange (Mitte) übergibt im Februar 2011 die Chefredaktion der Enthüllungsplattform Wikileaks an Kristinn Hrafnsson (links).
Julian Assange während einer Medienkonferenz in der ecuadorianischen Botschaft in London.
Lady Gaga zu Besuch bei Julian Assange.
Julian Assange, Gründer von WikiLeaks, zeigt während einer Pressekonferenz eine Ausgabe der britischen Tageszeitung The Guardian. Aufgenommen im Juli 2010
Julian Assange beim Verlassen des Gerichts am 16. Dezember 2010.

Hier wird Julian Assange aus der Botschaft von Ecuador gezerrt und verhaftet

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Die Passage legte nahe, dass es bereits eine Anklage gibt, die aber unter Verschluss gehalten wird, damit sich der Wikileaks-Gründer in Sicherheit wiegt.

Die Enthüllungsplattform Wikileaks bezeichnete den Entzug des diplomatischen Asyls für Assange als "illegal" und Verletzung internationalen Rechts.

Verbrechen von US-Truppen

Wikileaks trat zunächst in Erscheinung mit der Veröffentlichung geheimer US-Dateien, die unter anderem Menschenrechtsverletzungen und die Tötung von Zivilisten durch amerikanische Truppen in Afghanistan dokumentierten.

Zuletzt stand Wikileaks aber vor allem im Fokus von US-Ermittlungen, weil die Enthüllungswebsite im Präsidentschaftswahlkampf 2016 gestohlene E-Mails der demokratischen Partei veröffentlichte. US-Behörden gehen davon aus, dass die E-Mails von russischen Hackern heruntergeladen und Wikileaks zugespielt wurden.

Diesen Aspekt hat auch FBI-Sonderermittler Robert Mueller in seinem Abschlussbericht über die vermutete russische Einmischung bei der von Donald Trump gewonnenen Präsidentenwahl festgehalten.

Assange bezeichnet sich selbst als Journalist und beansprucht deshalb die für Medien üblichen Schutzklauseln, wenn es um die Geheimhaltung von Quellen und die Veröffentlichung vertraulicher Informationen geht. Kritiker halten ihn für einen Selbstdarsteller, der sogar Menschenleben gefährdet habe. Seine Anhänger sehen in ihm dagegen einen Aufklärer.

Befürchtete Auslieferung an die USA

Als Assange in die diplomatische Vertretung flüchtete, lag gegen ihn ein europäischer Haftbefehl wegen Vergewaltigungsvorwürfen in Schweden vor. Er befürchtete, zunächst nach Skandinavien und schliesslich an die USA ausgeliefert zu werden. Im Mai 2017 stellte die Staatsanwaltschaft in Schweden jedoch ihre Ermittlungen ein.

Damit war Assange allerdings noch kein freier Mann. Scotland Yard kündigte an, den Enthüllungsaktivisten festzunehmen, sobald er die Botschaft verlasse. Die britischen Behörden warfen ihm vor, seine Kautionsauflagen verletzt zu haben, als er in die Botschaft flüchtete. Ein Versuch der Anwälte Assanges, den Haftbefehl von einem Gericht für ungültig erklären zu lassen, scheiterte.

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