Spähprogramm Prism
Wikileaks-Gründer Assange: «Edward Snowden ist ein Held»

«Edward Snowden ist ein Held, der die Öffentlichkeit über eines der wichtigsten Ereignisse des Jahrzehns informiert hat», sagte Wikileaks-Gründer Julian Assange über den nach Hongkong geflüchteten Enthüller des US-Spähprogramms PRISM.

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Julian Assange und Edward Snowden.

Julian Assange und Edward Snowden.

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Er selbst sowie Journalisten und Bürgerrechtler hätten bereits seit langer Zeit Spionageaktivitäten im Internet angeprangert. Es sei "sehr erfreulich", dass der Öffentlichkeit nun "solch klare und konkrete Beweise" präsentiert würden.

Assange, der sich seit knapp einem Jahr in der Botschaft Ecuadors in London aufhält, fürchtet unter anderem eine Auslieferung an die USA, wo ihm wegen der Veröffentlichung geheimer US-Depeschen über die Enthüllungsplattform Wikileaks der Prozess gemacht werden könnte.

Auch Snowden müsse Asyl gewährt werden, forderte Assange nun, schliesslich befinde sich der 29-Jährige in einer "sehr ernsten Position". Es sei nun interessant zu sehen, welche Länder die Menschenrechte wirklich schützten und bereit seien, Snowden aufzunehmen - und welche "Angst vor den USA" hätten.

Dem australischen Sender ABC sagte Assange zudem, er sei indirekt in Kontakt mit dem PRISM-Enthüller gewesen. "Wir hatten indirekte Gespräche mit seinen Leuten", sagte Assange. Er wolle jedoch zum jetzigen Zeitpunkt keine weiteren Details dazu nennen.

Snowden droht Strafverfolgung

Snowden hatte sich am Sonntag selbst als Quelle für die Berichte der "Washington Post" und des britischen "Guardian" über PRISM enttarnt. Mit dem Überwachungsprogramm verschafft sich der US-Geheimdienst NSA über die Server grosser US-Technologiefirmen Zugang zur weltweiten Kommunikation im Internet.

Als Motiv für die Weitergabe von vertraulichen Dokumenten nannte Snowden, er habe die Öffentlichkeit über die "massive Überwachungsmaschine" und den systematischen Verlust der Privatsphäre informieren wollen. Ihm droht nun eine Strafverfolgung in den USA.

Der Geheimdienst NSA wurde Anfang der 1950er-Jahre gegründet und horchte im Kalten Krieg die Sowjetunion aus. Heute konzentriert sich die Behörde auf die Abwehr terroristischer Gefahren. Mit ihren leistungsstarken Rechenzentren in den USA und im Ausland filtert und hortet sie Abermilliarden an Daten.

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