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WHO warnt vor Masern-Epidemie

70 Menschen sind auf den Philippinen seit Jahresbeginn an Masern gestorben. Der Ausbruch folgt einer alarmierenden Welle von Fällen weltweit.
Ulrike Putz, Singapur
An Masern erkrankte Kinder werden in einem Spital in der philippinischen Hauptstadt Manila behandelt. Bild: Francis R. Malasig/EPA (Manila, 7. Februar 2019)

An Masern erkrankte Kinder werden in einem Spital in der philippinischen Hauptstadt Manila behandelt. Bild: Francis R. Malasig/EPA (Manila, 7. Februar 2019)

Auf den Philippinen grassieren die Masern. Seit Jahresbeginn sind über 4300 Einwohner des südostasiatischen Archipels an der Virusinfektion erkrankt, 70 daran gestorben. Bei den Todesopfern handele es sich zumeist um Kinder und Säuglinge, meldete das Gesundheitsministerium in Manila, das in der Hauptstadt und mehreren Provinzen «Alarmstufe Rot» ausgerufen hat.

Im ganzen Land seien Einsatztrupps der Gesundheitsbehörde unterwegs, um den Menschen so schnell wie möglich die Spritze gegen Masern zu verabreichen, sagt ein Sprecher der ­Behörde. Nach Schätzung der Unicef sind etwa 2,5 Millionen Kinder auf den Philippinen nicht gegen Masern geimpft und deshalb stark gefährdet. Insgesamt sind nur etwa 75 Prozent der Bevölkerung gegen die potenziell tödliche Krankheit immun. Doch trotz der akuten Bedrohung stösst die Impfkampagne auf Misstrauen und Widerstand: Den Philippinos steckt ein Skandal in den Knochen, der viele zu Impfgegnern gemacht hat.

Glaube an Impfungen schwer erschüttert

2017 hatte der französische Pharmakonzern Sanofi seinen Impfstoff Dengvaxia gegen die Fieberkrankheit Dengue überraschend vom philippinischen Markt genommen. Sanofi hatte 20 Jahre und eine Milliarde Dollar darauf verwendet, das Medikament Dengvaxia zu entwickeln.

Nach der Markteinführung im Jahr 2014 waren die Philippinen eines der ersten Länder, dass den Impfstoff flächendeckend und gratis an Kinder verabreicht. Dann allerdings meldete Sanofi, Dengvaxia könne den Verlauf der Krankheit in bestimmten Fällen sogar verschlimmern. Besonders für Kinder könne das lebensgefährlich werden, warnte der Hersteller. Die Warnung kam jedoch zu spät: Dengvaxia war bereits etwa 750000 philippinischen Kindern verabreicht worden. Der Fall schlug hohe Wellen, besorgte Eltern protestierten wochenlang vor dem Gesundheitsministerium.

«Der Glaube an den Sinn und die Sicherheit von Impfungen ist seit dem Dengvaxia-Skandal schwer erschüttert», sagte Innenminister Eduardo Año vergangene Woche nach einer Kabinettssitzung, auf der die Masern-Krise besprochen wurde. Tatsächlich ergab im Jahr 2018 eine Umfrage der London School of Hygiene & Tropical Medicine, dass nur noch 32 Prozent der Philippinos Vertrauen in Impfstoffe haben. Im Jahr 2015 hatten noch 93 Prozent diese Frage bejaht.

Masern, die mit hohem Fieber und Hautausschlag einhergehen, sind hochansteckend. Wenn jedoch mehr als 95 Prozent der Bevölkerung geimpft sind, kann ein sogenannter Herrenschutz erreicht werden, weil der Erreger sich nicht ausbreiten kann. Das ist besonders für Säuglinge wichtig, da diese noch zu jung sind, um gegen Masern geimpft zu werden.

Zahl der Erkrankungen steigt seit Jahren an

Der Ausbruch auf den Philippinen folgt einer alarmierenden Welle von Masern-Fällen weltweit. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist die Zahl der Masern-Erkrankungen weltweit seit 2016 um 30 Prozent gestiegen. In Thailand wurden im letzten Jahr 4000 Masern-Fälle gemeldet, bei denen mindestens 22 Kinder starben.

Laut Schätzungen der WHO verhindern die Impfungen jedes Jahr etwa 6 Millionen Todesfälle weltweit. Hunderten Millionen Menschen bleibt es erspart, durch eine Infektion mit Mumps, Polio, Hepatitis oder Pocken lebenslange Schäden davonzutragen.

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