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Weltfussballverband gerät erneut ins juristische Zwielicht

Sechs Wochen nach der Wahl zum neuen Fifa-Präsidenten wird Gianni Infantino möglicherweise ein erstes Mal von den Problemen seines Vorgängers eingeholt. Von den «Panama Papers» soll auch der Weltfussballverband betroffen sein.

Sechs Wochen nach der Wahl zum neuen Fifa-Präsidenten wird Gianni Infantino möglicherweise ein erstes Mal von den Problemen seines Vorgängers eingeholt. Von den «Panama Papers» soll auch der Weltfussballverband betroffen sein. In den Dokumenten taucht der Name von Juan Pedro Damiani auf, der seit 2006 in der Ethikkommission der Fifa sitzt und in den letzten vier Jahren am Sturz einer Reihe bekannter Persönlichkeiten beteiligt war.

Offshore-Firmen vermittelt

Der einflussreiche Anwalt aus Uruguay gilt als einer der reichsten Männer seines Landes und präsidiert den populären Fussballclub Penarol Montevideo. In der juristischen Kammer des «Home of Fifa» befasst er sich mit den Fällen mutmasslich korrupter Fifa-Mitglieder.

Nun gerät der 57-Jährige selber unter Druck. Er soll nach Informationen der Enthüllungsjournalisten drei im Zuge des Fifa-Skandals Angeklagten in Steueroasen zu Offshore-Firmen verholfen haben, über die unter dem Deckmantel unbekannter Inhaber möglicherweise Bestechungsgelder geflossen sind. Gemäss der «Süddeutschen Zeitung» geht es bei den Beschuldigten um seinen Landsmann Eugenio Figueredo, den früheren Fifa-Vizepräsidenten, sowie um die argentinischen TV-Rechtehändler Hugo Jinkis und dessen Sohn Mariano, die im Verdacht stehen, beispielsweise bei der Copa America hohe Fifa-Funktionäre mit Millionen geschmiert zu haben, um sich günstige Fernsehrechte sichern zu können. Die US-Justiz erhob im Mai 2015 Anklage gegen sie.

Die Anwaltskanzlei J.P. Damiani tritt gemäss den enthüllten Dokumenten in verschiedenen Fällen als Verwalter auf. Damiani soll gegen 400 Briefkastenfirmen gekauft und trotz verschiedener Interessenkonflikte an eigene Kunden weitervermittelt haben.

Fifa hat Voruntersuchung eingeleitet

Gegenüber der «BBC», die Teil des enthüllenden Recherchepools ist, wollte Damiani keinen Kommentar abgeben. Ein Sprecher des Südamerikaners erklärte, er habe den Präsidenten der Ethikkommission über seine Geschäftsbeziehungen informiert – gemäss «BBC» und «Guardian» aber erst nach der Konfrontation mit den medialen Ergebnissen. Bereits am 19. März, nach Erhalt der entsprechenden Informationen, hat die Untersuchungskammer der Ethikkommission unter der Leitung des Schweizers Cornel Borbély eine Voruntersuchung eingeleitet. Weitere Details wurden nicht bekannt. Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, droht der Fifa ein nächstes Beben – mit einem Epizentrum, das eigentlich als Korrektiv für die Misswirtschaft vorgesehen ist und Infantino den Weg zu einer grundlegenden Reform ebnen sollte. (sda)

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