Berlin

"Vorermittlungen" in Russland im Fall Nawalny dauern an

In Russland könnten sich die "Vorermittlungen" im Fall der mutmasslichen Vergiftung des Kremlkritikers Alexej Nawalny noch hinziehen. Die Überprüfung der Umstände könnte bis zum 20. September dauern, meldete die russische Nachrichtenagentur Interfax am Samstag unter Berufung auf nicht näher genannte Quellen bei den Ermittlern. Eine Verlängerung gesetzlich vorgeschriebener Fristen sei etwa bei umfangreichen Untersuchungen möglich.

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ARCHIV - Alexej Nawalny (r) zeigt ein Victory-Zeichen, während er neben einem Sicherheitsbeamten im Gericht sitzt. . Foto: Evgeny Feldman/AP/dpa

ARCHIV - Alexej Nawalny (r) zeigt ein Victory-Zeichen, während er neben einem Sicherheitsbeamten im Gericht sitzt. . Foto: Evgeny Feldman/AP/dpa

Keystone/AP/Evgeny Feldman

Die Generalstaatsanwaltschaft sah zuletzt keine Anhaltspunkte für einen Giftanschlag auf den Oppositionellen. Deshalb gebe es auch keinen Grund für strafrechtliche Ermittlungen, hatte die Behörde am Donnerstag mitgeteilt und auf Voruntersuchungen verwiesen.

An dem Tag berichtete die Polizei in der sibirischen Stadt Tomsk, wo sich Nawalny zuletzt aufgehalten hatte, dass sie "Vorermittlungen" eingeleitet und mehr als 100 mögliche Beweise sichergestellt habe. Hinweise auf Drogen oder andere "stark wirkende Mittel" seien etwa in Nawalnys Hotel bis dahin nicht gefunden worden.

Ärzte der Berliner Universitätsklinik Charité gingen von einer Vergiftung aus. Dort wird der Regierungskritiker seit einer Woche behandelt. Am Freitag sprachen die Mediziner von einem nach wie vor ernsten Zustand. Akute Lebensgefahr bestand demnach nicht. Der 44-Jährige liege auf einer Intensivstation im künstlichen Koma.

Nawalnys Team gab an, dass der Kritiker des russischen Präsidenten Wladimir Putin während einer politischen Reise in Sibirien vergiftet worden sei. Russische Ärzte hatten zunächst keine Hinweise darauf gefunden. Auf den Oppositionen wurden schon mehrfach Anschläge verübt. Er war schon mehrfach festgenommen worden.