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Vor der Schlacht um Mossul

Der lang erwartete Sturm auf die IS-Hochburg Mossul könnte noch diesen Monat beginnen. Derzeit tobt allerdings noch ein heftiger Streit zwischen Bagdad und Ankara um türkische Truppen in Nordirak.
Michael Wrase/Limassol

Mit massiven Bombardements auf Mossul hat die US-Luftwaffe den Druck auf die Hochburg des «Islamischen Staates» (IS) weiter erhöht. Das irakische Staatsfernsehen stimmt mit preussisch anmutenden Militärmärschen die Bevölkerung auf die bevorstehende Schlacht um Mossul im Norden des Zweistromlandes ein. Über eine Million Menschen sollen noch in der Grossstadt am Tigris weilen. Als die IS-Milizen vor zwei Jahren zwei hochgerüstete irakische Armeedivisionen in Mossul entwaffneten und in die Flucht geschlagen hatten, war die Bevölkerungszahl fast doppelt so hoch. Der erfolgreiche Coup des IS schockierte damals nicht nur die Regierung in Bagdad und die kurdische Autonomieregierung in Arbil.

«Du bist nicht auf meinem Niveau»

Auch die Türkei fühlte sich vom IS gedemütigt. «Wenn paramilitärische Gruppen Interessen der Türkei im Irak attackieren, dann müssen wir handeln.» Das hat Ankara inzwischen getan. «Zur Ausbildung von jungen Irakern im Antiterrorkampf» wurden knapp 3000 Soldaten in der etwa 40 Kilometer nördlich von Mossul liegenden Ortschaft Karkamis stationiert. Das «Mandat» dazu erteile die kurdische Autonomieregierung in Nordirak. Die Zentralregierung in Bagdad war nicht gefragt worden.

Als Iraks Premier Haidar al-Abadi diese Woche einen Appell an den türkischen Präsidenten Erdogan richtete, eskalierte der Streit. «Du bist nicht auf meinem Niveau, hast nicht meine Qualitäten», schimpfte Erdogan. Dieser drohte der Türkei gestern indirekt mit Krieg. Sollten Ankaras Truppen das Land nicht verlassen, werde man dies als «Sicherheitsbedrohung des gesamten Irak bewerten und handeln», verkündete Abadis Sprecher. Erdogan konterte: «Mossul muss eine sunnitische und turkmenische Stadt bleiben.» Er richtete sich damit gegen die Schiitenmilizen der irakischen Regierung. Selbst die USA, die mit 5000 Elitesoldaten den Truppenaufmarsch um Mossul koordinieren, konnten oder wollten den Streit nicht schlichten.

Mit dem Hinweis, dass alle Kräfte in Nordirak «mit Zustimmung und in Koordination mit der Regierung in Bagdad» agieren müssten, stellte sich Washington aber gegen die Türkei. Die schiitischen Milizen, welche den Vormarsch der irakischen Armee und der kurdischen Peschmerga, unterstützen, sollen laut Premier al Abadi bei der Erstürmung von Mossul nicht zum Einsatz kommen.

Bereits die Schlacht um das Öl im Auge

Ihr Einsatz an der Seite der regulären Armee könnte dem IS ebenso in die Hände spielen wie Streitigkeiten zwischen Bagdad, Arbil und Ankara. Alle Parteien haben wohl längst die Schlachten nach der Vertreibung des IS aus Mossul im Auge. In der Umgebung der strategisch bedeutenden Stadt lagern riesige Erdölvorkommen.

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