Vor allem warme Worte für Hollande

US-Präsident Barack Obama versichert seinem französischen Amtskollegen François Hollande die uneingeschränkte Solidarität im Kampf gegen den IS. Ein grundsätzlicher Strategiewechsel kommt aber für Washington nicht in Frage.

Thomas Spang
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WASHINGTON. Barack Obama findet warme Worte für den Gast aus Paris, der im eigenen Land den Kampf gegen die Jihadisten verschärft (siehe oben) und international fieberhaft versucht, eine breite Koalition gegen den «Islamischen Staat» (IS) zu schmieden. Im Eastroom des Weissen Hauses verrät der Präsident, neben seinem Ehebett stünde ein Bild von ihm und Michelle aus dem Jardin du Luxembourg. «Wir küssen», fügt er eine kleine Intimität hinzu, die zeigen soll, wie nahe er sich «dem ältesten Verbündeten der USA» fühlt.

Dämpfer für Hollande aus der Türkei

Die Gespräche über das weitere Vorgehen im Kampf gegen den IS dauerten länger als geplant und wurden durch den Abschuss eines russischen Kampfflugzeugs im türkisch-syrischen Kampfgebiet komplizierter als gedacht. Während Obama ausdrücklich das Recht der Türkei betonte, ihre Grenzen zu verteidigen, wollte er nicht auf Details eingehen. «Wir versuchen herauszufinden, was passiert ist.» Das Hauptinteresse der USA bestünde nun darin, «alles zu tun, diese Krise nicht weiter eskalieren zu lassen».

Für Hollande kommt der Zwischenfall im ungünstigsten Moment. Seine Bemühungen, zwischen den USA und Russland in Syrien eine Annäherung zu vermitteln, werden durch den Abschuss erschwert.

Obama betonte, die beste Hoffnung sei der vor zwei Wochen in Wien vereinbarte politische Übergangsprozess, an dessen Ende eine syrische Regierung ohne Assad stehen könnte. Die Türkei und Russland stehen sich an diesem Punkt als Antagonisten gegenüber. Während Ankara darauf besteht, Assad müsse sofort gehen, will Moskau weiter an dem Diktator festhalten. Hollande und Obama sehen keine Zukunft für Assad, den sie für den Bürgerkrieg verantwortlich machen, zeigen sich aber pragmatisch.

Obama will Erfolge «beschleunigen»

Neben den allgemeinen Versprechen des amerikanischen Gastgebers – den IS zu zerstören, Geheimdienstinformationen zu teilen und die Angriffe zu intensivieren – kann Hollande auf eines nicht hoffen: einen Kurswechsel der USA. Obama erinnerte an die 8000 Luftangriffe gegen den «Islamischen Staat» in Syrien und Irak, die Ausschaltung von IS-Führern, die Unterbrechung von Nachschubwegen und die Zerstörung von Kommandozentralen. «Wir haben einigen Erfolg gesehen, die Frage ist, wie wir das jetzt beschleunigen.»