Viele Flüchtlinge harren weiter in Budapest aus

BUDAPEST/ATHEN. Die Lage der über 2000 Flüchtlinge in Budapest wird zunehmend prekärer. Viele demonstrierten gestern für ihre Weiterreise.

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BUDAPEST/ATHEN. Die Lage der über 2000 Flüchtlinge in Budapest wird zunehmend prekärer. Viele demonstrierten gestern für ihre Weiterreise. Nachdem die Polizei den Keleti-Bahnhof für Flüchtlinge abgeriegelt hatte, mussten sie die Nacht auf gestern auf dem Vorplatz oder in einem nahen U-Bahn-Untergeschoss verbringen. Beobachter berichteten von äusserst kritischen hygienischen Zuständen. Nur wenige Freiwillige halfen mit Essen und Kleidern und kümmerten sich um eine notdürftige medizinische Versorgung. Das Stadtparlament beschloss, neben dem Bahnhof solle nun binnen zwei Wochen ein Zeltlager errichtet werden, das vorübergehend 800 bis 1000 Menschen aufnehmen kann.

In Gruppen von 50 Menschen

Auch an der griechisch-mazedonischen Grenze blieb die Situation gespannt. Hunderte Migranten harrten dort erneut stundenlang unter praller Sonne aus. Um chaotische Zustände zu vermeiden, liessen die Behörden die Menschen in Gruppen von rund 50 Menschen die Grenze passieren.

Tschechien beschloss, syrische Flüchtlinge nicht mehr in Abschiebelager zu bringen und an der Weiterfahrt nach Westen zu hindern, sofern sie in Ungarn Asyl beantragt haben und innerhalb von sieben Tagen das Land verlassen.

Zwei Boote gesunken

Ein Ende des Flüchtlingsstroms ist nicht in Sicht – und im Mittelmeer kam es erneut zu tödlichen Unglücken. Zwei Boote sanken auf dem Weg vom türkischen Festland zur nahen griechischen Ferieninsel Kos. Die Rettungskräfte fanden zwölf Leichen, unter ihnen jene von fünf Kindern und einer Frau, wie die türkische Küstenwache gestern mitteilte. (dpa/afp)