Viel Geld für oft wenig effiziente Geheimdienste

Edward Snowden hat nun auch das Budget aller US-Geheimdienste enthüllt. Die 16 Dienste mit ihren 107 000 Mitarbeitern erhalten jährlich 53 Milliarden Dollar.

John Dyer
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BOSTON. Die USA geben umgerechnet jährlich 48,7 Milliarden Franken für ihre Geheimdienste aus. Die «Washington Post» hat diese Zahl veröffentlicht, die ihr von Edward Snowden zugespielt worden war. Der als «black budget» bezeichnete Etat war im Detail bisher nur ausgewählten Kongressabgeordneten bekannt gegeben worden.

Teure Auferstehung der CIA

Auf den 178 Seiten des nun von der «Washington Post» veröffentlichten Dokuments wird auch beschrieben, wie die 16 Geheimdienste seit den Anschlägen vom 11. September 2001 gewachsen sind. Insbesondere die Central Intelligence Agency (CIA), die sich von einem Geheimdienst zu einer paramilitärischen Organisation entwickelt hat.

Die CIA habe Anfang der 90erJahre einen Etat von 3 Milliarden Dollar gehabt. Laut Snowden sind es heute 14,7 Milliarden. Das erhöhte Budget wurde unter anderem in die Anschaffung von Drohnen und in den Cyber-Krieg im Internet investiert. Der hohe Etat überrascht Experten, galt doch die CIA nach den Anschlägen von 2001 als angeschlagen, weil sie die Terrorangriffe nicht verhindern konnte. Die National Security Agency (NSA) verfügt inklusive ihrer teuren satellitengestützten Abhörprogrammen über einen Etat von «nur» 10,5 Milliarden Dollar.

Teilweise schlecht informiert

Das Dokument macht laut «Washington Post» deutlich, wie wenige Informationen die US-Dienste trotz des hohen «black budget» oft haben. Sie wüssten wenig über den Aufbau des Regimes in Nordkorea oder den Zustand der chinesischen Luftwaffe . Auch über das Atomprogramm Pakistans sei wenig bekannt.