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Verzweifelte Suche nach zweijährigem Julen dauert an

Das Drama in Südspanien um einen zweijährigen Buben geht weiter: Der Kleine war in einen Brunnenschacht gefallen. Jetzt sind Retter daran, sich den Weg zu Julen freizusprengen.
Ralph Schulze, Madrid
Schweres Gerät kommt bei der Suche zum Einsatz. Bild: Daniel Perez/EPA/Keystone (Totalan, 25. Januar 2019)

Schweres Gerät kommt bei der Suche zum Einsatz.
Bild: Daniel Perez/EPA/Keystone (Totalan, 25. Januar 2019)

Zentimeter für Zentimeter grub sich am Freitag ein Bergarbeiterteam in rund 70 Metern Tiefe zu jenem engen Brunnenschacht, in dem in Südspanien der zweijährige Julen vermutet wird. Bis zum Nachmittag hatten sich die Helfer von einer Rettungsröhre aus, die vier Meter neben dem Brunnen gebohrt wurde, etwa zwei Meter durch Erde und Gestein vorgekämpft. Dies war Knochenarbeit: Sie mussten auf engstem Raum mit Schaufel, Spitzhacke und Presslufthammer einen Stollen vorantreiben.

Der Stollen sollte in etwa 71–73 Meter Tiefe auf jenen Brunnen treffen, in dem der kleine Junge seit dem 13. Januar, also schon seit mehr als 12 Tagen, verschüttet sein könnte. Seit diesem Tag gibt es kein Lebenszeichen von Julen. Er war, nach Angaben seiner Eltern, beim Spielen auf einem ländlichen Grundstück der Familie in das nur 25 Zentimeter breite und nicht abgesicherte Brunnenloch gestürzt.

Auch in dieser entscheidenden Bergungsphase stiessen die Retter am Freitag auf grosse Probleme: Immer wieder versperrten ihnen beim Bau des horizontalen Tunnels harte Felsschichten den Weg. Mehrfach mussten sie mit Sprengstoffexplosionen Felsblöcke zerkleinern, um sich einen Weg zu bahnen. Das kostete Zeit und verzögerte den Stollenbau.

Gebirge bestimmt den Arbeitsrhythmus

Für jede Sprengung benötige man etwa zwei Stunden, erklärte Polizeisprecher Jorge Martín. Es sei daher unklar, wie lange es noch dauern könnte, bis die Bergleute Julen finden. «Wir können keine Zeitangaben machen», so Martín. «Das Gebirge bestimmt unseren Arbeitsrhythmus.»

Der Gebirgszug, in dem sich dieses Drama abspielt, heisst Cerro de la Corona, liegt nahe des andalusischen Dorfes Totalán und ist 350 Meter hoch. Schon als die Bergungsmannschaft die vertikale Rettungsröhre parallel zum insgesamt 110 Meter tiefen Brunnen bohrte, stiess man immer wieder auf Granit-, Quarz- und Schieferblöcke, was die Arbeiten zurückwarf. Schon vor Beginn ihres lebensgefährlichen Einsatzes wurden die acht Minenretter in Spanien als Helden gefeiert. Auch wegen ihres Arbeitsmottos: «Keiner bleibt in der Tiefe zurück.» Sie wollten erst ruhen, wenn sie Julen herausgeholt haben.

Mithilfe eines langen roten Kranauslegers wurden die Bergarbeiter in einem stählernen Gitterkorb durch die vertikale Rettungsröhre in die Tiefe gelassen. Die Männer trugen Helme, an denen Lampen befestigt waren. Immer zwei von ihnen arbeiteten zusammen an dem einen Meter breiten und 1,2 Meter hohen Stollen, der sie von der Rettungsröhre aus bis zu Julen führen sollte. Sie mussten gebückt, kniend oder liegend arbeiten. Alle 40 Minuten wurden die Bergleute abgelöst. Doch auch am Freitagnachmittag wussten die Bergungsexperten noch nicht, wo genau im Brunnenschacht der kleine Julen feststecken könnte.

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