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Verwirrter Mann droht in Brüssel mit Bombenattrappe

BRÜSSEL.
Remo Hess

BRÜSSEL. Aus Erfahrung klug reagieren die belgischen Behörden derzeit beim kleinsten Anzeichen von terroristischer Gefahr ohne Zögern: Ein Grossaufgebot von Polizei und Sprengstoffexperten der Armee fand sich gestern morgen im Einkaufszentrum «City2» an einer der belebtesten Einkaufsstrassen der Hauptstadt Brüssel ein und sperrte die Umgebung grossräumig ab.

Eine bizarre Geschichte

Gegen 5.30 Uhr hatte ein Mann angerufen und gedroht, sich mit einem Sprengstoffgürtel in die Luft zu jagen. Kurz vor neun Uhr gab Premier Charles Michel dann bekannt, dass die Situation «unter Kontrolle» sei. Nach Abklärungen durch Spezialisten stellte sich heraus, dass der vermeintliche Sprengstoffgürtel lediglich Salz und Kekse enthielt.

Warum der 26-Jährige sich zu dieser Aktion hinreissen liess, blieb gestern vorerst ungeklärt. Laut Staatsanwaltschaft war der Mann wegen diversen Delikten der Polizei bekannt. Er wird als «psychisch labil» beschrieben. Wie Medien berichteten, habe er bereits vor einigen Tagen die Behörden angerufen und vermeldet, er fühle sich vom Islamischen Staat angezogen und wolle sich nach Syrien absetzen.

Gestern morgen habe er der Polizei gegenüber erzählt, er sei von Jihadisten entführt und mit einem Sprengstoffgürtel ausgerüstet worden, den eine dritte Person aus der Ferne zünden werde. Die Behörden konnten wenig später das Auto ausfindig machen, mit dem der Mann zum Einkaufszentrum gefahren wurde. Der Besitzer wurde zum Verhör mitgenommen. Ob an der Entführungsgeschichte etwas dran ist oder es sich einfach um einen schlechten Scherz handelt, wird nun abgeklärt.

Polizei nimmt Drohungen ernst

Innenminister Jan Jambon verteidigte das Vorgehen der Polizei. Man dürfe zwar nicht in eine Psychose verfallen, aber «wenn jemand etwas von einem Sprengstoffgürtel erwähnt, muss man das ernst nehmen», sagte Jambon. In Belgien bleibt die Terrorwarnstufe auf «Gelb», dem zweithöchsten Niveau.

Erst am Samstag waren bei Razzien in der Region Brüssel und weiteren Städten über 40 Männer festgenommen worden. Drei Personen wurden nach einem ersten Verhör in Haft gesetzt. Ihnen wird die Vorbereitung terroristischer Anschläge und die Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung vorgeworfen. Die Ermittler hatten aus abgehörten Telefonaten geschlossen, dass ein Attentat in der Hauptstadt Brüssel kurz bevorstand. Laut Medien hätte das Ziel ein Public-Viewing des EM-Fussballspiels Belgien – Irland sein sollen.

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