Venezuelas Präsident Chávez hat wieder Krebs

Umgeben von Ministern und sichtlich bewegt hat Venezuelas Präsident Hugo Chávez im TV ein Wiederaufflammen seiner Krebserkrankung bekanntgegeben.

Sandra Weiss
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Hugo Chávez (Bild: epa)

Hugo Chávez (Bild: epa)

PUEBLA. Kurz nach seiner erneuten Wiederwahl Anfang Oktober habe er starke Schmerzen verspürt und sich diversen medizinischen Tests unterzogen, sagte der 58-Jährige am Samstag mit Grabesstimme und gezeichnet durch dunkle Augenringe. Bei den jüngsten Untersuchungen in Kuba habe sich dann bestätigt, dass es sich um neue bösartige Wucherungen in der gleichen Gegend handle.

Schwerer als zugegeben

Woran genau er leidet, hat Chávez nie bekanntgegeben. Einer seiner früheren Leibärzte, Salvador Navarrete, erklärte vor einem Jahr, es handle sich um einen äusserst aggressiven Gewebetumor im Leistenbereich mit einer Lebenserwartung von nicht mehr als zwei Jahren. Navarrete wurde daraufhin vom Geheimdienst verfolgt und musste ins Exil gehen. Darm- und Prostatakrebs sind weitere Versionen, die zirkulieren. Hinweise darauf, dass die 2011 diagnostizierte Krebserkrankung schwerer war als öffentlich zugegeben, gab es mehrere.

Im Wahlkampf Ende September hatte Chávez in seinem Heimatstaat Barinas bereits eine bewegte, von Abschiedsstimmung geprägte Rede gehalten, an deren Ende er in Tränen ausgebrochen war.

Küsse für das Kruzifix

Der Staatschef erklärte am Samstag, er werde mit Zuversicht auch in diese neue Schlacht gehen und vertraue sich dem Schutz Gottes an. Mehrmals küsste er ein Kruzifix. Die Amtsgeschäfte übergab er in der TV-Ansprache Vizepräsident Nicolas Maduro.