G20-Gipfel
USA und Russland vereinbaren Waffenruhe im Südwesten Syriens

Die USA und Russland haben eine Waffenruhe für den Südwesten Syriens vereinbart. Diese solle ab Sonntag gelten, sagten US-Aussenminister Rex Tillerson und sein russischer Amtskollege Sergej Lawrow am Freitag am Rande des G20-Gipfels in Hamburg. Die Vereinbarung sei in der jordanischen Hauptstadt Amman getroffen worden.

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US-Präsident Donald Trump und Russlands Präsident Wladimir Putin haben sich in Hamburg zu einem Gespräch getroffen.
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G20-Gipfel für Wochenkommentar
Nach dem öffentlichen Händedruck zogen sich die beiden zu einem persönlichen Gespräch zurück. Dabei vereinbarten sie einen Waffenstillstand für einen Teil Syriens.
Putin und Trump stehen am G20-Gipfel in Hamburg im Fokus der Öffentlichkeit.
Auch US-First-Lady Melania Trump begrüsste Putin.
Trump und seine Frau besuchen im Rahmen des Gipfels auch ein Konzert in der Hamburger Elbphilharmonie.
Ab geht es ins Konzert.
Angela Merkel und Donald Trump geben sich am Donnerstagabend, einen Tag vor Beginn des Gipfels, vor versammelter Presse die Hand.
Das ist nicht selbstverständlich: Mitte März verweigerte Trump der deutschen Bundeskanzlerin bei deren Besuch im Weissen Haus den Handschlag.
Merkel ist sichtlich erfreut.
Auch mit Japans Premier Shinzo Abe (rechts) und Südkoreas Präsident Moon Jae-in ist der US-Präsident bereits vor Beginn des Gipfels am Freitag zusammengetroffen.

US-Präsident Donald Trump und Russlands Präsident Wladimir Putin haben sich in Hamburg zu einem Gespräch getroffen.

MICHAEL KLIMENTYEV / SPUTNIK / KREMLIN POOL / POOL

In Hamburg hatten sich zuvor am Rande des G20-Gipfels erstmals US-Präsident Donald Trump und der russische Staatschef Wladimir Putin getroffen. Die Begegnung dauerte mehr als zwei Stunden. "Die Chemie zwischen den beiden stimmte", sagte US-Aussenminister Tillerson anschliessend.

Lawrow führte aus, Experten aus Russland, den USA und Jordanien hätten sich auf ein Memorandum über eine Deeskalationszone geeinigt. Sie betreffe die Provinzen Daraa, Kuneitra und Suwaida. Die Feuerpause gelte ab Sonntagmittag Ortszeit.

Kurz vor dem Beginn einer weiteren Runde von Syrien-Friedensgesprächen im kasachischen Astana am Dienstag hatte die syrische Armee von Machthaber Baschar al-Assad einseitig eine mehrtägige Waffenruhe für die Provinzen Daraa, Kuneitra und Suwaida ausgerufen. Sie galt bis Donnerstagnacht.

In dem seit mehr als sechs Jahren andauernden Bürgerkrieg in Syrien wurden bereits bis zu 400'000 Menschen getötet und Millionen weitere - rund die Hälfte der syrischen Bevölkerung - in die Flucht getrieben. Grosse Teile des Landes liegen in Trümmern. Russland ist mit Assad verbündet, die USA unterstützen die gemässigten Rebellen.

Wie schlimm der Krieg in Syrien wütet, zeigt etwa diese Bildergalerie vom Giftgas-Angriff im Ort Chan Scheichun:

In Chan Scheichun in der syrischen Provinz Idlib sind laut Aktivisten mindestens 87 Zivilisten bei einem Luftangriff mit Giftgas getötet worden.
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Die regierungskritische Aktivistenpruppe Idlib Medien Center stellt diese Fotos zur Verfügung. Es zeigt die Opfer des Angriffs.
Ein Opfer erhält medizinische Hilfe.
Die Anzahl der Toten wurde laufend nach oben korrigiert.
Giftgas-Angriff in Chan Scheichun
Eingewickelte Leichen nach dem Angriff vom 3. April auf das Zivilistengebiet von Douma in Syrien.

In Chan Scheichun in der syrischen Provinz Idlib sind laut Aktivisten mindestens 87 Zivilisten bei einem Luftangriff mit Giftgas getötet worden.

STRINGER

Experten haben den Giftgaseinsatz in Syrien im April mittlerweile bestätigt.

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