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USA setzen Kopfgeld auf Venezuelas Machthaber Maduro aus

Die US-Justiz will Nicolás Maduro habhaft werden - mit einem Kopfgeld von 15 Millionen Dollar. Wird das Virus zum Grab des Mafia-Sozialismus?

Sandra Weiss aus Puebla
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Venezuelas Machthaber Nicolás Maduro ist bereits wegen Covid-19 unter Druck - jetzt treibt ihn die US-Justiz endgültig in die Enge.

Venezuelas Machthaber Nicolás Maduro ist bereits wegen Covid-19 unter Druck - jetzt treibt ihn die US-Justiz endgültig in die Enge. 

Ariana Cubillos / AP

Inmitten der Krise um das Coronavirus ziehen die USA die Schlinge um Venezuelas bedrängten Machthaber Nicolás Maduro enger. Am Donnerstag eröffnete die US-Staatsanwaltschaft ein Verfahren gegen Maduro und vier ranghohe Funktionäre wegen Drogenhandels und Geldwäsche, wie Generalstaatsanwalt William Barr in einer Pressekonferenz bekanntgab.

Dies ist ein weiterer Schritt in den seit 2014 immer mehr verschärften Sanktionen, um den sozialistischen Machthaber in die Enge zu treiben – und eine Absage an den am Vortag gestarteten Aufruf der UNO, angesichts der humanitären Notlage die Sanktionen zu lockern. Bereits am Mittwoch, meldete das rechte Portal PanamPost, sei in Kolumbien Ex-General Cliver Alcalá festgenommen worden. Zuvor hatte Spanien den ehemaligen Geheimdienstchef Hugo Carvajal an die USA ausgeliefert. Auf beide gab es ein Kopfgeld von 10 Millionen US-Dollar. Sie waren Vertraute des verstorbenen Hugo Chávez, hatten sich jedoch mit Maduro überworfen. Beide standen schon länger unter Verdacht, Teil eines vom Militär organisierten Drogenkartells zu sein.

In der Anklageschrift steht unter anderem, Maduro habe einen Besuch bei der UNO 2013 abgesagt, um in einer internen Dringlichkeitssitzung seine Vertrauten zu kritisieren, weil sie 1,3 Tonnen Kokain in einen AirFrance-Flieger nach Paris geschmuggelt hatten. Sie hätten eine andere Route wählen sollen, habe Maduro gesagt. Als Aussenminister habe er der kolumbianischen Guerilla geholfen, Drogengelder zu waschen. Das höchste Kopfgeld von 15 Millionen Dollar gibt es demnach für Maduro, zehn Millionen für Tareck El Aissami und Diosdado Cabello. Offenbar wollen die USA einen Keil zwischen Maduro und die Streitkräfte treiben, die bislang geschlossen hinter dem Machthaber standen.

Maduro wegen Covid-19 unter Druck

Der Haftbefehl ist ein schwerer Schlag für Maduro, der wegen der Covid-19-Ausbreitung unter Druck gerät. Der Staatschef hat erzürnt auf die Anklage reagiert und in einer Fernsehansprache über die US-Regierung und Trumps Regime geflucht.

Noch am Wochenanfang hatte Maduro per TV-Ansprache Hausmittelchen für das Virus verbreitet und erklärt, das Ganze sei Bioterrorismus gegen den Sozialismus. Gleichzeitig bat er den Weltwährungsfonds (IWF) um einen Notkredit von fünf Milliarden Dollar. Der IWF lehnte ab und verwies auf den oppositionellen, vom Grossteil der internationalen Gemeinschaft anerkannten Gegenpräsidenten Guaidó. Es sei unklar, wer die legitime Staatsgewalt in Venezuela repräsentiere.

Der tiefe Fall der Erdölpreise – zusammen mit Drogen, Gold und Benzin- und Lebensmittelschmuggel der wichtigste Devisenbringer der venezolanischen Regierungsclique – lässt die Staatskassen austrocknen.

Derweil klettert die Zahl der Infizierten unaufhörlich weiter. Offiziell waren bis Donnerstag 106 Patienten positiv getestet worden. Die Dunkelziffer dürfte laut Medizinern um ein Vielfaches höher liegen. Sollte die Zahl der Infizierten drastisch ansteigen, ist in Venezuela der Kollaps vorprogrammiert.

Maduro hält sich für «unzerstörbar»

Noch nie stand das sozialistische Regime in Caracas so kurz vor dem Kollaps. Opposition und Regierung buhlen um die Gunst der Streitkräfte. Und aus den Vereinigten Staaten sind unverhohlene Drohungen zu hören.
Sandra Weiss, Puebla