USA: Jetzt auch noch die Tochter

Ivanka Trump tritt offiziell in den Regierungsdienst ihres Vaters ein. Die «First Daughter» reagiert damit auf Kritik von Ethik-Experten.

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Sie gilt als engste Vertraute des Präsidenten, nimmt an wichtigen Sitzungen neben dem Ehrengast Platz und verfügt im Weissen Haus über ihr eigenes Büro. Doch erst seit Mittwoch steht Ivanka Trump (35), ältere Tochter von Donald Trump, auch auf der Lohnliste der US-Regierung.

Nach anhaltender Kritik entschied sie sich, ihre Rolle als selbstständige Beraterin ihres Vaters aufzugeben und in den Regierungsdienst einzutreten. Ivanka trägt nun den nichtssagenden Titel «Assistentin des Präsidenten» – der ihrer Rolle wohl nicht ganz gerecht wird. Für ihre Arbeit wird sie finanziell nicht entschädigt; sie muss sich aber an die Ethik-Richtlinien der Regierung halten und ihre finanziellen Verhältnisse offenlegen.

Ethik-Experten zeigten sich in ersten Stellungnahmen zufrieden über dieses neue Arrangement. Letztlich habe die Regierung Trump damit eingestanden, dass die ursprünglich gewählte Lösung rechtlich nicht haltbar gewesen sei. Zwar hatte sich die «First Daughter» bereits vor zehn Tagen dazu verpflichtet, sämtliche Ethik-Vorschriften der Bundesregierung zu befolgen. Weil sie aber nicht im Dienste der Regierung stand, fehlte den Aufsichtsstellen eine Handhabe, die Angaben auf ihre Richtigkeit zu überprüfen. Ein Dorn im Auge war den Ethik-Experten zum Beispiel, dass Ivanka Trump ihren Namen für eine Modelinie zur Verfügung gestellt hat und regelmässig Schleichwerbung für ihre Accessoires betrieb.

Enge Zusammenarbeit mit Ehemann Kushner

Ivanka Trump wird im Weissen Haus eng mit ihrem Gatten zusammenarbeiten, dem Präsidentenberater Jared Kushner (36). Das ist höchst ungewöhnlich, auch wenn das Justizministerium im Januar festhielt, dass es keine rechtlichen Vorbehalte gebe, wenn der Präsident Familienmitglieder anstelle.

Das neue Arrangement wird zudem die Machtkämpfe im Weissen Haus verschärfen. Denn Ivanka und Jared gelten als die Speerspitze des pragmatischen Flügels der Regierung, der vor allem daran interessiert ist, dass der Präsident politisch erfolgreich ist – nötigenfalls dank strategischen Koalitionen mit den Demokraten.

Renzo Ruf, Washington