US-Soldaten als Unterstützer syrischer Kurden

WASHINGTON. Das US-Verteidigungsministerium will sein Engagement in Syrien ausbauen und dabei notfalls auch Bodentruppen einsetzen. Das haben Verteidigungsminister Carter und Generalstabschef Dunford in der Nacht auf gestern im Kongress erklärt.

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WASHINGTON. Das US-Verteidigungsministerium will sein Engagement in Syrien ausbauen und dabei notfalls auch Bodentruppen einsetzen. Das haben Verteidigungsminister Carter und Generalstabschef Dunford in der Nacht auf gestern im Kongress erklärt. Die neue Strategie bedarf der Zustimmung von Präsident Obama, damit wird in den kommenden Tagen gerechnet.

Gegen Bedenken der Türkei

Bisher hatte das Pentagon darauf gesetzt, im Kampf gegen den «Islamischen Staat» Tausende Kämpfer aus dem gemässigten Widerstand gegen Syriens Diktator Assad auszubilden. Das Projekt war aber kläglich gescheitert. Carter will nun den Einsatz an der Seite von kurdischen Milizen und anderen Verbündeten ausbauen und sich dabei über Bedenken der Türkei hinwegsetzen. In erster Linie soll zwar die Zahl der Luftschläge erhöht werden, der Verteidigungsminister schloss aber auch «direktes Vorgehen am Boden» nicht aus.

Das Pentagon will vor allem seine Attacken gegen Raqqa, der «Hauptstadt» des «Islamischen Staats» in Syrien ausbauen. Als zweites Ziel definierten Carter und Dunford Ramadi im Westen Iraks. Das «Wall Street Journal» berichtete gestern, dem Präsidenten sei auch vorgeschlagen worden, Apache-Helikopter nach Irak zu verlegen. Das könne zur Entsendung von mehreren hundert US-Soldaten führen. Der Einsatz von Bodentruppen im Frontverlauf sei weniger wahrscheinlich. Derzeit sind in Irak rund 3500 US-Soldaten stationiert. Carter kündigte an, bei den neuen Anstrengungen keine Rücksicht auf Russlands Unterstützung für den syrischen Machthaber Assad zu nehmen.

Halbherziger Strategiewechsel

Konservative US-Senatoren warfen der Regierung vor, Syrien an Russland und Iran übergeben zu haben. Die neue Strategie sei im besten Fall halbherzig: «Dies ist ein trauriger Tag für Amerika, und die Region wird dafür durch die Hölle gehen», sagte Lindsey Graham. (jsz)