US-Republikaner verlieren in der Gunst der Bürger

WASHINGTON. Für die Republikaner werden der Regierungsstillstand und das Vabanquespiel um den Staatsbankrott zum politischen Desaster. Die Partei ist so unbeliebt wie nie zuvor.

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WASHINGTON. Für die Republikaner werden der Regierungsstillstand und das Vabanquespiel um den Staatsbankrott zum politischen Desaster. Die Partei ist so unbeliebt wie nie zuvor.

Die politische Wochenschrift «The New Republic» sinniert bereits über das Ende der Konservativen. «Wir könnten Augenzeugen der letzten Zuckungen der Republikanischen Partei werden», schreibt John Judis. Es werde intern befürchtet, dass die zwischen Tea-Party-Radikalen, religiösen Fundamentalisten und Unternehmer-freundlichen Moderaten zerrissene Partei «im Mülleimer der Geschichte landet». Die Machtlosigkeit von Speaker John Boehner in seiner eigenen Fraktion im Repräsentantenhaus illustriere dies.

Die These vom Todeskampf mag gewagt sein, doch aktuelle Umfragen zeigen, wie tief die «Grand Old Party» sich in die Sackgasse manövriert hat. Mit einem Abstand von 22 Prozentpunkten machen die Amerikaner die Republikaner für die gegenwärtige Misere in Washington verantwortlich. Siebzig Prozent finden, die Partei Abraham Lincolns stelle ihre politischen Interessen über das Wohl des Landes. «Die Republikaner haben verloren», analysiert Chris Chillizza in der «Washington Post» die Stimmung elf Tage nach Beginn des «Shutdowns».

Während sich die Republikaner in der Gunst der Bürger im freien Fall befinden, steigen die Beliebtheitswerte des Präsidenten. Barack Obama legte in der Wählergunst um zwei Punkte von 45 auf 47 Prozent zu.

Offen blieb gestern, ob die Konservativen sich nun der Forderung Obamas beugen, ohne Bedingungen die Regierung zu finanzieren und die Schuldendecke zu erhöhen. Ohne Anhebung der Neuverschuldungsgrenze droht ab 17. Oktober der Staatsbankrott. Während Speaker Boehner weiter mit seiner von Flügelkämpfen zerrissenen Fraktion rang, ruhen die Hoffnungen nun auf besonneneren Kräften im Senat. Präsident Obama wollte sich mit den republikanischen Senatoren im Weissen Haus treffen. Thomas Spang

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