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US-REPUBLIKANER: Spekulationen um Zukunftspläne von Mike Pence

Mike Pence gibt sich als unterwürfiger Diener von US-Präsident Donald Trump. Doch bereits jetzt gibt es Gerüchte, dass der weit rechts in der Republikanischen Partei stehende Vizepräsident dereinst selbst erster Mann in den USA werden will.

Es gab Zeiten, da sagte Mike Pence von sich: «Ich bin ein Christ, ein Konservativer und ein Republikaner, in dieser Reihenfolge» – weil er sich von seinem «moralischen Kompass» leiten lasse und nicht von einem Parteiprogramm, und schon gar nicht von den Führungskräften der ­Republikaner. Da war der heute 58-Jährige mit dem weissen Haupthaar, der stets spricht wie ein Prediger, noch ein aufstrebender Volksvertreter, der sich am rechten Flügel seiner Partei positionierte und stets darauf achtete, nicht den Kontakt mit dem aktivistischen Fussvolk der Republikaner zu verlieren. Dann kam Donald Trump. Heute sagt der US-Vizepräsident Pence: «2017 war das wichtigste Jahr in der Geschichte der konservativen Bewegung» – als stelle das erste Jahr der Präsidentschaft Trumps selbst die Errungenschaften des konservativen Übervaters Ronald Reagan in den Schatten. Pence ist ein Reagan-Fan, so wie fast alle republikanischen Amtsträger. Er pflegt zu sagen: Als er 1988 im Weissen Haus mit dem dama­ligen Präsidenten gesprochen habe, da «fühlte ich mich, als würde ich mit Mount Rushmore sprechen» – also dem steinernen Denkmal für die vier verehrten Präsidenten George Washington, Thomas Jefferson, Abraham Lincoln und Theodore Roosevelt.

«Trump hat unglaubliche Resultate erzielt»

Am Donnerstag, während einer Konferenz konservativer Aktivisten in einem Vorort von Washington, verbeugte sich Pence noch ein wenig tiefer vor Trump. Er sagte, der Präsident – der lange der Demokratischen Partei angehörte hatte und alles andere als ein orthodoxer Konservativer ist – habe «die Bewegung aufgerüttelt» und «unglaubliche Resultate» erzielt. Natürlich sind solche unterwürfigen Gesten auch den Washingtoner Politbeobachtern aufgefallen. Munter wird deshalb in der Hauptstadt darüber spe­kuliert, welche Zukunftspläne Pence hege. Eine Theorie: Der fromme Pence spiele den unterwürfigen Diener seines Herrn, weil er der Überzeugung sei, dass Gott Grosses mit ihm vorhabe. Tatsächlich würde der Vize automatisch zum Präsidenten aufsteigen, müsste Trump zurücktreten. Die andere Theorie: Pence halte sich in Stellung, falls Trump (überraschend) beschliesse, sich 2020 nicht um eine zweite Amtszeit zu bewerben. Dann wäre er der natürliche Erbe. Theorie Nummer drei: Pence ist ein Diener, ein tiefgläubiger Mann, «der seine eigenen Ambitionen dem öffentlichen Wohl unterordnen kann», wie es die Beraterin des Weissen Hauses, Kellyanne Conway, formulierte. Wie auch immer: Pence nimmt seine Rolle als Botschafter des Weissen Hauses und als Verbindungsmann zum konservativen und religiösen Fussvolk sehr ernst. Dazu passt, dass er keine Probleme damit hat, dass Trump Avancen zu nationalistischen und rechtsextremen Politikern macht. So sprach am Donnerstag Marion Maréchal-Le Pen an der Konferenz konservativer Aktivisten – die Nichte von Marine Le Pen, der Ambitionen auf die Führung des rechtsextremen Front National in Frankreich nachgesagt werden.

Renzo Ruf, Washington

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