Atombombe
US-Präsident Obama besucht Hiroshima – doch entschuldigen will er sich nicht

Die Amerikaner haben den Zweiten Weltkrieg im Pazifik mit Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki beendet. Japan kapitulierte. Nun besucht Barack Obama als erster US-Präsident im Amt Hiroshima. Dafür erntet er nicht nur Applaus – im Gegenteil.

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US-Präsident Obama in Tokoname.
Obama und Japans Premier Shinzo Abe auf der Ujibashi Brücke in Ise.
Der Atombomben-Dome in Hiroshima.
Hiroshima
Kinuyo Ikegami betet bei der Hiroshima Friedens-Gedenkstätte
Michiko Kodama hat den Atombombenabwurf auf Hiroshima überlebt. Sie gibt im Büro einer Überlebendenorganisation in Tokyo Auskunft.
Ein Mann betet bei der Hiroshima Friedens-Gedenkstätte.
US-Veteran Lester Tenney hält einen Bambusstock in seiner Hand. Mit einem solchen wurde er während der Kriegsgefangenschaft in Japan gefoltert.
Südkoreas Präsident Paark Geun-hye und Japams Premier Abe schütterln sich in Anwesenheit von Obama die Hand. Dies am Gipfel für Nukleare Sicherheit.

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Keystone

US-Präsident Barack Obama und der japanische Ministerpräsident Shinzo Abe haben sich nach Ende des G7-Gipfels auf den Weg nach Hiroshima gemacht. Obama ist der erste US-Präsident, der die japanische Stadt besucht, die im August 1945 von einer amerikanischen Atombombe zerstört wurde.

Obama und Abe reisten am Nachmittag (Ortszeit) vom Gipfel der sieben grossen Industrienationen in Ise-Shima ins etwa 400 Kilometer entfernte Hiroshima.

Der US-Präsident will (zwischen 10.00 Uhr und 11.00 Uhr MESZ) im dortigen Friedenspark einen Kranz am Mahnmal für die Opfer niederlegen und eine kurze Erklärung abgeben.

Obama hatte zuvor klargemacht, dass er sich für den Atombombenabwurf nicht entschuldigen werde. Er und Abe wollten durch ihren gemeinsamen Besuch "der Welt die Möglichkeit der Aussöhnung zeigen, dass frühere Feinde die stärksten Verbündeten werden können", sagte Obama vorher.

Proteste gegen die US-Truppenpräsenz im Süden Japans haben ein Treffen zwischen US-Präsident Barack Obama und Japans Regierungschef Shinzo Abe begleitet. Rund 4000 Bürger auf Okinawa forderten am Mittwoch nahe eines US-Stützpunktes den Abzug der US-Truppen.
Anlass war die Festnahme eines US-Stützpunktmitarbeiters wegen des Mordes an einer Japanerin.

Am Vorabend des Gipfels der sieben führenden Industriestaaten (G7) im japanischen Ise-Shima verständigten sich Obama und Abe darauf, die Belastung für die Bürger durch die massive US-Truppenpräsenz im südlichen Okinawa zu reduzieren, wie japanische Medien am Mittwoch berichteten.

Zudem: Das renommierte Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri hat sich enttäuscht von US-Präsident Barack Obamas atomarer Abrüstungsbilanz gezeigt. Obama habe mit seiner Vision einer Welt ohne Atomwaffen bis heute kaum etwas bewirkt.

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