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Unwetter auf Mallorca: Mindestens 10 Tote und mehrere Vermisste – darunter ein Kind

Auf der spanischen Ferieninsel haben heftige Regenfälle Strassen in reissende Flüsse verwandelt. Die Unwetter forderten mehrere Tote. Die Regionalregierung der Balearen rief eine dreitägige Trauer aus.
Schwere Unwetter hinterliessen auf Mallorca eine Spur der Verwüstung - mindestens acht Menschen kamen ums Leben. (Bild: KEYSTONE/EPA EFE/CATI CLADERA)

Schwere Unwetter hinterliessen auf Mallorca eine Spur der Verwüstung - mindestens acht Menschen kamen ums Leben. (Bild: KEYSTONE/EPA EFE/CATI CLADERA)

Das Wichtigste in Kürze

  • Aufgrund heftiger Unwetter befindet sich Mallorca derzeit im Ausnahmezustand. Anwohner sprechen im regionalen Fernsehsender von «chaotischen Zuständen».
  • Der Katastrophe fielen bisher zehn Menschen zum Opfer, darunter zwei britische Touristen und ein Ex-Bürgermeister.
  • Ein Kind und weitere fünf Personen werden vermisst. Es aber ist nicht auszuschliessen, dass diese Zahl noch steigen wird.
  • Dem Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) liegen keine Angaben zu Schweizer Opfern vor.
  • Der beliebte «Ballermann» ist vom Unwetter nicht betroffen.

Bei heftigen Unwettern auf Mallorca hat es mehrere Tote und Verletzte gegeben. Der Rettungsdienst 112 bestätigte am Mittwochnachmittag offiziell das zehnte Opfer. Mehrer Menschen wurden verletzt. Als vermisst gelte nach wie vor ein Kind sowie britische Staatsangehörige, sagte die Vize-Bürgermeisterin Antonia Bauza gegenüber dem spanischen Rundfunk. Rettungsdienste, Polizei und das britische Aussenministerium bestätigten die Angaben allerdings zunächst nicht. Nach Angaben der spanischen Zentralregierung könnte die Zahl der Vermissten noch weiter steigen. Aus dem Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) hiess es, es lägen keine Informationen zu Schweizer Opfern vor.

Betroffen war vor allem der Osten der Insel, wo am Dienstag auch ein Sturzbach über die Ufer getreten war. Dort wurden am Abend zahlreiche Autos mitgerissen, wie auf Bildern und Videoaufnahmen von Medien und des Wetterdienstes der Balearen zu sehen war. Unwetter mit Überschwemmungen aber auch in Katalonien im Nordosten sowie in der Provinz Málaga im Süden des Landes.

Zwei Polizisten begutachten die Lage in Sant Llorenc des Cardasar, in Mallorca am Tag danach. Wassermassen hatten die Provinz am Dienstagabend überrascht. (Bild: EPA/Atienza)
Bewohner putzen ihre Häuser. (Bild: AP Photo/Francisco Ubilla)
Mehrere Personen starben in den Fluten. (Bild: EPA/Cati Cladera)
Die Ortschaft Sant Llorenc, 60 Kilometer entfernt von der Hauptstadt Palma, wurde besonders hart getroffen. (Bild: AP Photo/Francisco Ubilla)
Dieses Haus wurde von den Wassermassen eingenommen. An den Wänden kann der Wasserstand abgelesen werden. (Bild: AP Photo/Francisco Ubilla)
Ein Ausschnitt aus einem Video zeigt die zerstörerischen Wasserfluten. (Bild: EPA/PABLO D. F. YouTube Channel)
Auch die Strassen sind voller Schlamm. (Bild: AP Photo/Francisco Ubilla)
Evakuierte Bewohner in einer Unterkunft. (Bild: EPA/ATIENZA)
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Spanisches Ferienparadies unter Wasser

Priorität: Überlebende finden

Der spanische Wetterdienst gab unterdessen die zweithöchste Unwetterwarnung für die Nachbarinseln Ibiza und Formentera und einen Teil von Katalonien aus, darunter auch Barcelona.

«Es war eine harte Nacht, aber ich denke, dass der Tag noch heftiger wird», zitierte die Zeitung «El Mundo» eine Lokalpolitikerin. Innerhalb von nur zwei Stunden seien mehr als 220 Liter pro Quadratmeter gefallen, berichtete die Zeitung «Diario de Mallorca» unter Berufung auf die Behörden. Einige Autofahrer seien am späten Abend wegen der Überschwemmungen noch in ihren Fahrzeugen gefangen gewesen, so das Blatt.

«Unsere Priorität ist es, Überlebende zu finden und Leute zu retten, die zu Hause festsitzen», sagte Vize-Bürgermeisterin Antonia Bauza.

Regierungschef auf Blitzbesuch

Spaniens Premier Pedro Sánchez kündigte einen Blickbesuch auf der Insel an, wie die «Mallorca Zeitung» berichtet. Bereits am Morgen sprach er Worte zu den Bewohnern. Die Mallorcinischen Zeitung übersetzt seinen Tweet wie folgt: «Meine Solidarität und meine Unterstützung für die Familien und Freunde der Todesopfer und allen Betroffenen von diesen tragischen Überschwemmungen.»

Pedro Sánchez hat nach Angaben der «Mallorca Zeitung» die Gegend im Osten von Mallorca zum Katastrophengebiet erklärt. Es werde genügend Geld bereitgestellt, um alle materiellen Schäden der Opfer auszufangen.

Auch Vertreter der balearischen Landesregierung versammelten sich am Mittwochmittag vor Ort, um Erklärungen abzugeben. So etwa Ministerpräsidentin Francina Armengol und Umweltminister Vincenç Vidal. «Die ganze Nacht kein Auge zugetan» habe der Bürgermeister von Sant Llorenç, Mateu Puigròs.

Rund 400 Rettungskräfte waren am Mittwoch auf der Baleareninsel im Einsatz, um nach den Vermissten zu suchen und Menschen zu helfen. Unterstützt wurden sie von Helikoptern und Spürhunden. Auch die Notfall-Einheit des spanischen Militärs, die extra zur Unterstützung von Zivilschutz und Feuerwehr auf die Insel geschickt wurden, half beim Einsatz. Anwohner sprechen im regionalen Fernsehsender IB3 von «chaotischen Zuständen».

In Sant Llorenc des Cardassar in Mallorca wurden die Bewohner evakuiert und in Notunterkünfte gebracht (Bild: EPA, 9. Oktober 2018)

In Sant Llorenc des Cardassar in Mallorca wurden die Bewohner evakuiert und in Notunterkünfte gebracht (Bild: EPA, 9. Oktober 2018)

Zwei britische Touristen unter den Todesopfern

Unter den Todesopfern ist gemäss der «Mallorca Zeitung» der ehemalige Bürgermeister des Ortes Artà, Rafel Gili. Im Küstenort S'Illot rissen die Fluten zudem zwei britische Touristen in den Tod. Sie waren in einem Taxi vom Wasser überrascht worden. Der Taxifahrer wird noch vermisst. Im Dorf Sant Llorenç ertrank ein Mann in seinem Keller, eine Frau starb in ihrem überfluteten Haus.

Das Unwetter verursachte auch in anderen Regionen der Insel Chaos und Überschwemmungen. Mehrere Landstrassen waren am Mittwochmorgen unbefahrbar, einige Ortschaften nach Medienberichten ohne Strom- und Wasserversorgung und von der Aussenwelt weitgehend abgeschnitten.

Ein Tourist, der seinen Urlaub in einem Hotel im Küstenort Cala Mandia verbringt, wurde in der Onlineausgabe der «Mallorca Zeitung» mit den Worten zitiert: «Hier waren heute zwei Wirbelstürme zu sehen, zum Glück nur auf dem Meer. Zwischendurch geht im Hotel der Strom aus, und aus einigen Lampen kommt Wasser heraus.»

Die Regionalregierung der Balearen rief eine dreitägige Trauer aus. In Madrid legten die Abgeordneten am Morgen eine Schweigeminute für die Opfer ein

Tennisprofi bietet Unterschlupf

Raphael Nadal, der auf Mallorca zur Welt kam und dort aufwuchs, drückte auf Twitter den Opfern und Angehörigen sein Mitleid aus. «Ein trauriger Tag auf Mallorca. Mein aufrichtiges Beileid gilt den Angehörigen der Verstorbenen und Verletzten», schreibt der Spanier. Zudem bietet er als Unterschlupf Räumlichkeiten seiner Tennis-Akademie in Manacor zur Verfügung.

Auf Mallorca hatte es schon seit Montag sehr heftig geregnet, ortsweise auch gehagelt. Durch das Unwetter kam es nach Medienberichten auf dem Flughafen von Palma am Montag und Dienstag zu Verzögerungen. Aus Sicherheitsgründen sei der zeitliche Abstand zwischen den Landungen vergrössert worden, hiess es.

In der Hauptstadt und auch am sogenannten «Ballermann» östlich von Palma war die Lage aber weitgehend normal. Am Donnerstag kehre das Strandwetter zurück, schrieb die «Mallorca Zeitung». (sda/dpa/dvm/zgc)

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