Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

UBS-Whistleblower Bradley Birkenfeld mit neuen Enthüllungen

Als der Whistleblower Bradley Birkenfeld vor zwei Jahren die Namen von reichen Amerikanern publizieren wollte, die angeblich ihr Geld in der Schweiz vor dem US-Fiskus versteckt hatten, wurde er gestoppt. Nun packt der Ex-UBS-Banker erneut aus.
Renzo Ruf, Washington
Bradley Birkenfeld mit der französischen Ausgabe seines Buches in Paris. (Bild: Christophe Petit Tesson/EPA)

Bradley Birkenfeld mit der französischen Ausgabe seines Buches in Paris. (Bild: Christophe Petit Tesson/EPA)

Er lässt nicht locker. Fast zehn Jahre ist es her, seit der ehemalige UBS-Banker Bradley Birkenfeld vor einem Gericht in Fort Lauderdale (Florida) zu 40 Monaten Gefängnis verurteilt wurde, weil er in den Augen des amerikanischen Justizministeriums nicht die Wahrheit über seine Rolle in der Affäre gesagt hatte, die sich letztlich zum transatlantischen Steuerstreit ausweiten sollte. Und so lange schon unternimmt der 54-jährige Birkenfeld Versuche, die Namen derjenigen schwerreichen Amerikaner publik zu machen, die ihr Geld jahrelang vor dem amerikanischen Fiskus auf Schweizer Bankkonten versteckt hielten, im Gegensatz zu Birkenfeld aber ungeschoren davonkommen.

Mithilfe einer Zivilklage, die der Ex-Banker vergangenen Donnerstag vor Bundesgericht in Miami (Florida) einreichte, will Birkenfeld nun bei zwei prominenten Amerikanern auf den Busch klopfen. Dabei greift er auf einen originellen rechtlichen Kniff zurück. Er beschuldigt nämlich den Schauspieler Kevin Costner (64) und den Unternehmer und Philanthropen Leonard Lauder (86), sie hätten vor zwei Jahren die Publikation seiner Memoiren sabotiert, weil sie verhindern wollten, von Birkenfeld als Steuerhinterzieher enttarnt zu werden. Die juristischen Interventionen Costners und Lauders hätten dazu geführt, dass der Verlag Greenleaf Book Group Press die erste Auflage des Buches «Lucifer’s Banker» eingestampft habe, wodurch ihm erhebliche Mehrausgaben entstanden seien, sagt Birkenfeld. Auch habe sich sein Buch ohne die Enthüllungen weniger gut verkauft als gedacht. Er fordert deshalb einen Schadenersatz von mindestens 75 000 Dollar.

Dazu muss man wissen: Es trifft zu, dass Birkenfeld im Manuskript für sein Buch, das übrigens vor zwei Jahren unter dem Titel «Des Teufels Banker» auch auf Deutsch erschien, die Namen Costner und Lauder erwähnt und sie mehr oder weniger direkt als Steuerhinterzieher bezeichnet hatte. Während der Oscar-Preisträger Costner bloss in einer Aufzählung von angeblichen UBS-Kunden auftauchte, behauptete Birkenfeld im Zusammenhang mit Lauder, er habe in der ganzen Affäre auch eine politische Rolle gespielt. Lauder, ehemaliger Chef des Kosmetikunternehmens Estée Lauder, das von seiner gleichnamigen Mutter gegründet worden war, sei nämlich ein Freund und Gönner von Hillary Clinton gewesen. Und die damalige amerikanische Aussenministerin habe Lauder 2009, als der Steuerstreit die Schlagzeilen dominierte, vor einer Strafverfolgung beschützt und stattdessen Birkenfeld zum Bauernopfer der Affäre gemacht.

Hoffen auf Trump

Birkenfeld behauptet in seiner Klageschrift, sowohl Lauder als auch seine Mutter seien Besitzer von «geheimen», «undeklarierten» Nummernkonten bei der UBS in der Schweiz gewesen. Auch stimmt es, dass sowohl Costner als auch Lauder mit rechtlichen Schritten drohten, sollte Birkenfelds Manuskript ­unverändert publiziert werden.

Beide sagen noch heute, der ehemalige Banker erzähle die Unwahrheit. Der Wirtschaftszeitung «Wall Street Journal» sagte ein Sprecher des Schauspielers: «Kevin Costner hatte weder ein Konto bei der UBS, noch hatte er jemals ein Offshore-Konto in irgendeiner Form.» Und Alexan­dra Tower, eine Sprecherin Lauders, sagte dieser Zeitung im April 2017: Es sei zu «100 Prozent» falsch, den Multimilliardär Leonard Lauder als Steuerhinterzieher zu bezeichnen. Auch habe sich Lauder nie an einem Amnestie-Programm der Steuerbehörde IRS beteiligt. Am Wochenende ergänzte Tower, dass die Klage Birkenfelds gegenstandslos sei und die Anwälte Lauders vor Gericht «die Fakten» präsentieren würden, um sie zu widerlegen.

Birkenfeld gibt seinen Wohnsitz in der Klage übrigens mit Malta an, obwohl er immer noch die amerikanische Staatsbürgerschaft besitzt. Er lebt seit seiner Entlassung aus dem Gefängnis im Jahr 2012 und der Bezahlung einer Whistleblower-Belohnung in der Höhe von 104 Millionen Dollar auf der Mittelmeerinsel. Kürzlich sagte er dem Fernsehreporter Brian Ross, er strebe eine Begnadigung durch Präsident Donald Trump an. Er gehe davon aus, Trump werde verstehen, dass er, Birkenfeld, durch das Justizministerium schlecht behandelt worden sei – schliesslich sei auch der Präsident der Meinung, dasselbe Ministerium habe ihn lange Zeit schikaniert.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.