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Türkei provoziert ihren Nato-Partner USA

Ankara prahlt mit einem Grossangriff auf kurdische Kämpfer, die wichtigsten Verbündeten der USA im Kampf gegen den «Islamischen Staat». Aus Aleppo werden – trotz Feuerpause – neue Gefechte gemeldet.
Michael Wrase/Limassol

Die türkischen Streitkräfte wollen bei Luftangriffen nördlich von Aleppo zwischen 160 und 200 Kämpfer der kurdischen Miliz YPG getötet haben.

Ein entsprechender Bericht der staatlichen türkischen Nachrichtenagentur Anadolu wurde von unabhängigen Quellen bisher nicht bestätigt. Auch die im syrischen Bürgerkrieg schnell verbreiteten Videos mit Bildern von Opfern sind nicht aufgetaucht. Die der Opposition nahe stehenden «Menschenrechtsbeobachter», die von London aus ihre Gewährsleute kontaktieren, bestätigten Luftangriffe der Türken, bei denen «bis zu neun YPG-Kämpfer» ums Leben gekommen sein könnten.

Übertreibung gehört zum Propagandageschäft

Masslose Übertreibungen der Kriegsparteien sind im syrischen Bürgerkrieg an der Tagesordnung. Für die Türkei ist die YPG, bei der es sich um die syrische Schwester der türkischen Kurdenguerilla PKK handelt, eine Terrororganisation, die mit ihrer Präsenz entlang der Südgrenzen die Sicherheit des Landes bedroht. Eine weitere Ausbreitung der syrischen Kurden soll mit der Schaffung einer 5000 Quadratkilometer grossen Sicherheitszone nördlich von Aleppo verhindert werden. In derselben Region bekämpft Ankara auch den IS. Gegen die syrischen Kurden, melden Beobachter, gehe das türkische Militär allerdings weitaus zielstrebiger vor als gegen die Jihad-Terroristen.

Diese Schonung dürfte auch der US-Armee nicht entgangen sein. Washington hat zwar den Aufbau einer türkischen Sicherheitszone in Nordsyrien zähneknirschend akzeptiert. Eine lang anhaltende Bombenkampagne gegen die YPG, ihren wichtigsten und effektivsten Verbündeten im Kampf gegen den IS, dürften die USA indes nicht tatenlos hinnehmen. Abzuwarten bleibt zudem, wie Russland auf eine sich abzeichnende Ausweitung der türkischen Zone in das Umland von Aleppo reagieren wird.

Spannungen unter den Rebellen in Aleppo

In dem von der syrischen Armee belagerten Ostteil der Millionenstadt waren gestern trotz einer einseitig von Russland proklamierten Feuerpause neue Kämpfe ausgebrochen. Diese beschränkten sich anscheinend auf einen Korridor, über den Oppositionskämpfer und Zivilisten Ost-Aleppo verlassen sollen. Scharfschützen der Rebellen sollen dies verhindert haben. Die Opposition behauptet das Gegenteil. Etwa 150 Kämpfer der islamistischen Ahrar al-Sham (vormals Nusra-Front) sollen Aleppo aber verlassen haben. Dies berichtet die lokale Nachrichtenagentur «The Inside Source». Die Evakuierung der Milizionäre habe Spannungen unter den Rebellen ausgelöst. Syriens Staatsagentur Sanaa meldete unterdessen unter Berufung auf Armeekreise eine Verlängerung der Feuerpause bis Samstag. Sie gelte jeweils von 8 Uhr morgens bis 19 Uhr abends.

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