Tschads Armee bekämpft Boko Haram in Nigeria

GAMBORU. Die Armee des zentralafrikanischen Staates Tschad hat sich in Nigeria erstmals in den Konflikt mit der Terrororganisation Boko Haram eingemischt – und dabei nach unbestätigten Angaben etwa 200 Jihadisten getötet.

Drucken
Teilen

GAMBORU. Die Armee des zentralafrikanischen Staates Tschad hat sich in Nigeria erstmals in den Konflikt mit der Terrororganisation Boko Haram eingemischt – und dabei nach unbestätigten Angaben etwa 200 Jihadisten getötet. Wie der tschadische Generalstab mitteilte, starben bei den Kämpfen in der nigerianischen Grenzstadt Gamboru am Vortag zudem neun tschadische Soldaten. Weitere 21 Soldaten seien verletzt worden. Die Zahl der Toten auf Seiten von Boko Haram könne noch steigen, weil Gamboru noch durchkämmt werde, hiess es. Nach tagelangen Luftangriffen auf mutmassliche Boko-Haram-Stellungen in Gamboru hatten etwa 2000 tschadische Soldaten von Kamerun aus den Grenzfluss überquert.

Berichte von Fotokol-Massaker

Laut kamerunischen Sicherheitskreisen flohen Kämpfer der Jihadisten nach den Gefechten über die Grenze nach Kamerun. Dort wurden sie gestern in der Stadt Fotokol von Kameruns Armee bekämpft. Dennoch war es den Jihadisten offensichtlich gelungen, ein Massaker in Fotokol anzurichten: 70 Einwohner und 6 Soldaten seien dort getötet worden, verlautete aus Sicherheitskreisen.

Erst vor kurzem hatte die Afrikanische Union beschlossen, mit einer Einsatztruppe gegen Boko Haram vorzugehen. An der Mission sollen mindestens 7500 Soldaten teilnehmen. Ob aber die Intervention der Tschader mit Nigerias Regierung abgesprochen war, ist umstritten.

Jihadisten greifen Maiduguri an

Zuletzt hatte Boko Haram die Millionenstadt Maiduguri im Norden Nigerias angegriffen, war von der Armee jedoch zurückgeschlagen worden. In Maiduguri war Boko Haram vor etwa fünf Jahren gegründet worden. Es soll Hauptstadt eines islamischen Staates werden. Es ist zu befürchten, dass die Jihadisten bis zu den Wahlen am 14. Februar bei Angriffen auf Maiduguri Nigeria weiter destabilisieren wollen. (afp/W. Br.)

Aktuelle Nachrichten