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Ukraine: Truppenaufgebote verschärfen die Krise

Der Konflikt zwischen Kiew und Moskau droht nach gegenseitigen Schuldzuweisungen zu eskalieren.
Paul Flückiger, Warschau
Checkpoint an der Grenze zwischen Ukraine und Russland. Bild: Pavlo Pakhomenko/AP (30. November 2018)

Checkpoint an der Grenze zwischen Ukraine und Russland.
Bild: Pavlo Pakhomenko/AP (30. November 2018)

Während es am Asowschen Meer am Freitag weitgehend ruhig blieb, verlegte sich der Konflikt zwischen der Ukraine und Russland aufs Festland. Nachdem die Kontrollen an den Grenzübergängen zu Russland bereits am Mittwoch verstärkt wurden, gab Kiew nun bekannt, die Einreise russischer Männer zwischen 16 und 60 Jahren ganz zu verbieten. Die Einschränkung gilt auf unbeschränkte Zeit. Vor allem im Grenzgebiet könnte sie sich nachhaltig negativ auswirken, pendeln doch viele gemischte Familien etwa im Grossraum Charkiw immer noch zwischen den beiden Ländern. Der Kreml protestierte umgehend.

In Kiew selbst gerieten russische oder als russisch wahrgenommene Einrichtungen unter Druck. So tauchte der ukrainische Geheimdienst SBU am Freitag bei Pater Pavlo, dem Vorsteher des berühmten Höhlenklosters im südlichen Stadtzentrum auf. Die Klosteranlage steht unter der Obhut des kremltreuen Moskauer Patriarchats. Pater Pavlo wird die Anstachelung von Hass vorgeworfen, weil er sich zuletzt vehement gegen die Emanzipation der ukrainisch-orthodoxen Kirche von Moskau ausgesprochen hat.

Der Geduldsfaden ist am Reissen

Russland seinerseits warnt schon lange vor einer Kirchenspaltung in ein Moskauer und ein Kiewer Patriarchat. Die Gläubigen, die in Kirchen des Moskauer Patriarchats beten wollten, genössen Russlands Schutz genauso wie alle Russischsprachigen auf der Welt, hiess es an die Adresse ­Kiews. Am Freitag nun drohte der russische Aussenminister Sergej Lawrow, der Geduldsfaden der Russen sei am Reissen. Moskau könnte gezwungen sein, ganze Landstriche der Ukraine unter seinen Schutz zu stellen.

Laut einer Umfrage des Kiewer Razumkow-Instituts unterstützt in der mehrheitlich russischsprachigen Ost- und Süd­ukraine, darunter entlang der Schwarz- und Asow-Meer-Küste, nur jeder siebte Ukrainer die Kirchenabspaltung von Moskau. Auf diese Klientel zählt nun Russland.

Verhaftete Matrosen wurden nach Moskau gebracht

Auch angesichts solcher Spannungen verlegte die ukrainische Armee nun weitere Truppen an die Gebietsgrenzen entlang der Küste des Asow-Meeres. Moskau wiederum verlegte Artillerietruppen nach Dschankoi im Norden der völkerrechtswidrig annektierten ukrainischen Halbinsel Krim.

Die ersten am Sonntag gefangen genommenen ukrainischen Matrosen wurden überdies von der Krim nach Moskau ausgeflogen, wo sie auf ihre Prozesse warten sollen. Wegen angeblich unerlaubten Grenzübertritts droht ihnen bis zu 12 Jahre Lagerhaft. Die Aufforderung der Nato, EU und USA, Matrosen und Schiffe unverzüglich an Kiew zurückzugeben, fruchteten nichts. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat in diesem Fall bis Montag Antworten von Russland gefordert. Sollte das Gericht mit der Replik aus Moskau unzufrieden sein und vorläufige Massnahmen verhängen, müsste sich Russland als Mitgliedland des Europarats daran halten. (pfw)

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