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Roger Stone: Trumps Freund mit der langen Nase

Der 66-Jährige gilt als Inbegriff eines «Dirty Trickster» – als Politstratege, der auch lügt, um seinem Klienten zu helfen. Dies könnte ihm nun das Genick brechen.
Renzo Ruf, Washington
Roger Stone verlässt das Gerichtsgebäude in Fort Lauderdale.Bild: Joe Raedle/Getty (Fort Lauderdale, 25. Januar 2019)

Roger Stone verlässt das Gerichtsgebäude in Fort Lauderdale.
Bild: Joe Raedle/Getty (Fort Lauderdale, 25. Januar 2019)

Roger Stone scheint das Rampenlicht, in dem er einmal mehr steht, zu geniessen – lautet doch sein Lebensmotto, das er sich bei Oscar Wilde ausgeliehen hat: «Es ist besser, berühmt-berüchtigt zu sein, als niemals berühmt zu sein.» Deshalb war der 66-jährige republikanische Politstratege auch am Sonntag Gast in einer Fernsehsendung, in der er sich erneut wortgewaltig gegen die juristischen Vorwürfe verteidigte, die Sonderermittler Robert Mueller vergangenen Freitag publik gemacht hatte. Von «Gestapo-Methoden» sprach Stone auf dem Sender «ABC», von «haltlosen» Anklagepunkten, und davon, dass keine Beweise vorlägen, wonach er in der russischen Desinformationskampagne, mit der Kreml-nahe Kreise im Jahr 2016 versuchten, den Ausgang der amerikanischen Präsidentenwahl zu beeinflussen, eine zentrale Rolle gespielt habe.

Das stimmt. Mueller wirft Stone vor, er habe während seiner Aussagen vor einem parlamentarischen Untersuchungsausschuss des Repräsentantenhauses die Unwahrheit über seine Kontakte zur Enthüllungsplattform Wiki­Leaks gesagt. Auch habe er die Arbeit der Ermittlungsbehörden behindert, indem er Zeugen zu beeinflussen versuchte – unter anderem mit Zitaten, die aus dem Mafiafilm «Der Pate – Teil II» stammten. Dies sei ein Witz gewesen, beteuerte der Angeklagte. Und wie so häufig bei ­Stone wusste man nicht so recht, ob er die Wahrheit sagte oder, um einem seiner Freunde zu helfen, log.

Der Freund in dieser Geschichte ist Donald Trump, Präsident der USA. Mit ihm ist Stone seit den frühen Achtzigerjahren vertraut. Stone beteuerte am Sonntag einmal mehr, er werde sich von Sonderermittler Mueller nicht unter Druck setzen lassen und «falsches Zeugnis» gegen den Präsidenten ablegen. Es habe keine geheimen Absprachen zwischen dem Wahlkampfstab des Republikaners und russischen Regierungs­kreisen gegeben, sagte er. Trump wiederum distanzierte sich von seinem Freund auf dem Kurznachrichtendienst Twitter. Der Präsident schrieb: «Roger Stone arbeitete nicht einmal für mich» in der entscheidenden Phase des Wahlkampfes 2016. Auch diese Aussage entspricht der Wahrheit. Offiziell trennten sich die Wege von Stone und Trump bereits im Sommer 2015, nach einem Streit über die strategische Ausrichtung des Wahlkampfstabes. Die beiden standen aber weiterhin im telefonischen Kontakt.

Stone verdankt seinen Ruf, ein «Dirty Trickster» zu sein, einer Episode aus dem Jahr 1972. Damals liess er einem parteiinternen Gegner des republikanischen Präsidenten Richard Nixon eine Spende im Namen einer trotzkistischen Jugendgruppe zukommen, die er sofort publik machte. Und obwohl die Nixon Foundation sich am Wochenende von ihm distanzierte – lange Jahre galt er als einer der grössten Anhänger des Präsidenten, der nach ­seinem Rücktritt im Zuge des Watergate-Skandals in Washington wie die Pest gemieden wurde. «Er liess sich nicht zer­stören und war widerstandsfähig. Er gab nie auf», sagte Stone einst über den Mann, dessen Antlitz seinen Rücken ziert.

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