Trumps Ex-Anwalt Cohen hat einen Deal mit der Justiz ausgehandelt

Der langjährige Anwalt von US-Präsident Donald Trump, Michael Cohen, wird am Dienstag vor einem Gericht in New York erscheinen. Cohen soll sich laut Medienberichten in dem Ermittlungsverfahren gegen ihn zu einem Schuldeingeständnis bereit erklärt haben.

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Michael Cohen. (Bild: Keystone/AP Photo/Richard Drew, 21. August 2018)

Michael Cohen. (Bild: Keystone/AP Photo/Richard Drew, 21. August 2018)

Der Termin wurde für 16.00 Uhr (22.00 Uhr Schweizer Zeit) angesetzt. Zuvor hatten der Sender CNN, die "Washington Post" und andere US-Medien berichtet, Cohen verhandle mit den Ermittlern über eine einvernehmliche Absprache.

Ein solcher "Plea Deal" ist eine Vereinbarung mit der Staatsanwaltschaft, die einem Beschuldigten in der Regel im Gegenzug für ein Schuldgeständnis und möglicherweise auch eine Zusammenarbeit mit der Anklagebehörde eine mildere Strafe einbringt.

Gegen Cohen wird laut Medienberichten wegen Steuer- und Bankbetrugs ermittelt. Ausserdem soll sich die Untersuchung darum drehen, ob er gegen Gesetze zur Wahlkampffinanzierung verstossen hat. Dabei geht es um Geld, das er an Frauen zahlte, die behaupteten, eine Affäre mit Trump gehabt zu haben.

Ermittler des FBI hatten im April das Büro, die Wohnung und ein Hotelzimmer von Cohen durchsucht. Dabei beschlagnahmten sie E-Mails, Dokumente und Geschäftsunterlagen zu diversen Themen, darunter zu Cohens umstrittenen Zahlungen.

Cohen wurde oft als Trumps "Ausputzer" beschrieben und galt ihm gegenüber als äusserst loyal. In den vergangenen Wochen deutete er aber in Interviews an, dass er auf Distanz zu seinem früheren Chef gegangen ist. Zudem wurde ein Mitschnitt eines Gesprächs zwischen ihm und Trump öffentlich, den Cohen offenbar heimlich gemacht hatte. (sda)