Trumps beste Waffe – sein Vize

Ein Mann schafft das Unmögliche, denn die Fernsehdebatte der Kandidaten für die US-Vizepräsidentschaft schien für den republikanischen Bewerber ein Gang in die Hölle zu werden.

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Kopfsalat (Bild: Walter Brehm)

Kopfsalat (Bild: Walter Brehm)

Ein Mann schafft das Unmögliche, denn die Fernsehdebatte der Kandidaten für die US-Vizepräsidentschaft schien für den republikanischen Bewerber ein Gang in die Hölle zu werden. Wie sollte Mike Pence den Millionen Zuschauern die Pleiten und Pannen seines Chefs Donald Trump erklären? Am besten gar nicht – und dies hat sich in der Debatte in der Nacht auf gestern als das richtige Rezept erwiesen.

Der Demokrat Tim Kaine schöpfte scheinbar aus dem Vollen. Er zählte alle Verfehlungen Trumps auf. Und erntete von Mike Pence doch nur ein Lächeln und ein freundlich vorgetragenes «alles Nonsens». Trump sei nicht das Problem, sagt der Republikaner, ohne unangenehm laut zu werden. Er redet von der desaströsen Wirtschaftspolitik Barack Obamas, für die auch Hillary Clinton gerade zu stehen habe. Dies hätte Trump wohl mit rotem Kopf und gellender Lautstärke vorgetragen. Pence tat es ebenfalls polemisch, aber in der sachlichen Tonlage, die jeder andere republikanische Politiker auch gewählt hätte. Er präsentierte sich als Vorzeige-Konservativer und leistete damit dem hemdsärmligen Trump den bestmöglichen Dienst. Im Gegensatz zu Tim Kaine wirkte Mike Pence nicht einfach als Lautsprecher seines Chefs. Er ignorierte dessen Skandal-Äusserungen, setzte sich gar unaufgeregt von extremen Forderungen Trumps ab.

Ein anständiger, vorzeigbarer Vize könnte Trump, der mit seinen Skandalen so manchen im Wahlvolk verunsichert – wie Hillary Clinton mit ihren –, trotz allem überzeugen, Trump zu wählen. Ob das reicht, ist eine andre Frage.