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Trump und die alte Leier – der US-Präsident läutet offiziell den Wahlkampf für die Wahl 2020 ein

Nun hat auch für Präsident Donald Trump der Wahlkampf 2020 offiziell begonnen – mit einer Gross-Veranstaltung in Orlando (Florida), vor rund 20'000 Anhängerinnen und Anhängern. Das Programm, mit dem der Republikaner wiedergewählt werden will, ist altbekannt.
Renzo Ruf, Washington
Der Sloagan «Make America Great Again» darf bei einer Wahlkampfveranstaltung von Donald Trump nicht fehlen. (Bild: KEYSTONE/AP/EVAN VUCCI)Der Sloagan «Make America Great Again» darf bei einer Wahlkampfveranstaltung von Donald Trump nicht fehlen. (Bild: KEYSTONE/AP/EVAN VUCCI)
Tausende jubelten US-Präsident Donald Trump bei seiner offiziellen Verkündung des Wahlkampfbeginns am Dienstagabend zu. (Bild: KEYSTONE/AP/EVAN VUCCI)Tausende jubelten US-Präsident Donald Trump bei seiner offiziellen Verkündung des Wahlkampfbeginns am Dienstagabend zu. (Bild: KEYSTONE/AP/EVAN VUCCI)
US-Präsident Donald Trump hat am Dienstagabend in Orlando den Startschuss für seinen Wahlkampf für eine Wiederwahl 2020 gegeben. (Bild: KEYSTONE/AP/JOHN RAOUX)US-Präsident Donald Trump hat am Dienstagabend in Orlando den Startschuss für seinen Wahlkampf für eine Wiederwahl 2020 gegeben. (Bild: KEYSTONE/AP/JOHN RAOUX)
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Trump läutet offiziell Wahlkampf für seine Wiederwahl 2020 ein

Die Fans standen sich die Beine in den Bauch, der Soundtrack reichte von Lee Greenwood («I’m proud to be an American) bis zu den Rolling Stones («You can’t always get what you want») und jedes Mal, wenn der Präsident am Dienstag seine angeblichen Gegenspieler erwähnte, setzte es ein Pfeifkonzert ab. Es war, als wäre die Zeit stehen geblieben, als Donald Trump am Dienstag in einer Sportarena in Orlando (Florida) offiziell den Wahlkampf 2020 einläutete.

Einzig am Slogan hat der Republikaner eine kleine Anpassung angebracht: Statt Amerika grossartig zu machen («Make America Great Again»), wie im Wahlkampf 2016 versprochen, will Trump nun dafür sorgen, dass Amerika grossartig bleibt («Keep America Great!»). Weil der Präsident aber ein geborener Showman ist, fragte er das Publikum, welcher Slogan denn auf mehr Zustimmung stosse. (Es war der neue Slogan.)

Die rund 75 Minuten lange Rede, die Trump vor gegen 20'000 Anhängerinnen und Anhängern hielt, war eine Mischung aus Bilanz und Klagelied. Zum einen protzte der Präsident damit, dass die Konjunktur Amerikas brumme, die Arbeitslosenrate sehr tief sei und es der Bevölkerung angeblich so gut wie noch nie gehe. Zum andern attackierte er seine Gegner, die versucht hätten, ihn mittels illegaler Methoden aus dem Amt zu drängen. Und weil Trump nicht loslassen kann, prügelte er verbal auf Hillary Clinton, die ehemalige demokratische Präsidentschaftskandidatin, und Sonderermittler Robert Mueller ein, als entschieden diese beiden Menschen darüber, ob der Präsident im kommenden Jahr wiedergewählt wird.

Und immer und immer wieder sagte Trump, dass er an der Spitze einer Bewegung stehe, die das wahre Amerika verkörpere (was auch immer das heissen mag) und die sich im Kampf gegen den «wütenden, links-radikalen Pöbel» befinde. Dieser Pöbel könne sich nicht damit abfinden, dass 2016 «die wohl grossartigste Wahl in der Geschichte Amerikas» gewesen sei und versuche nun mit allen Mitteln, die Trump-Anhängern zum Schweigen zu bringen. «Sie wollen ihnen die Zukunft verwehren, die sie verdient haben», sagte Trump seinen Fans.

Aus Sicht traditioneller Politbeobachter erstaunlich war, dass Trump zwar über Clintons E-Mails sprach, aber keinen Einblick in sein Programm für eine allfällige zweite Amtszeit gab. Dies deutet darauf hin, dass der Präsident sich damit abgefunden hat, dass eine grosse Zahl von Amerikanern nichts mit ihm anfangen kann. Er wird sich deshalb darauf konzentrieren, «seine» Wähler wieder an die Urne zu locken. Das ist eine hochriskante Strategie, siegte Trump im November 2016 doch nur, weil er in den Bundesstaaten Wisconsin, Michigan und Pennsylvania (knapp) die Nase vorn hatte – worauf er, dank klaren Siegen in den roten, republikanisch dominierten Bundesstaaten, eine Mehrheit der Wahlmänner-Stimmen gewann.

Aktuelle Meinungsumfragen deuten nun aber darauf hin, dass Trump gerade in Pennsylvania und Michigan massiv an Popularität eingebüsst hat. Landesweit wird er derzeit von gegen 42 Prozent der Wähler unterstützt. Das ist ein Wert, der für eine Wiederwahl eigentlich zu niedrig ist. Das Spektakel, das Trump am Dienstag aber veranstaltete und die Tatsache, dass ihm immer noch Zehntausende von Anhängern zujubeln, deutet darauf hin, dass es noch zu früh ist, bereits den Abgesang auf den Präsidenten zu schreiben.

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