Trump ringt sich doch noch zu Kritik durch

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Rassismus US-Präsident Donald Trump hat zwei Tage nach dem Aufmarsch von Rechtsextremen in der Stadt Charlottesville die «rassistische» Gewalt doch noch verurteilt. «Rassismus ist böse», sagte Trump gestern in Washington. Der Ku Klux Klan, Neonazis und die so genannte Alt-Right-Bewegung seien «abstossend», fügte er hinzu. Diese Gruppen hätten keinen Platz in Amerika, so Trump. «Rassismus ist böse und diejenigen, die in seinem Namen Gewalt anwenden, sind Kriminelle und Verbrecher», sagte Trump.

Trotz wachsender Kritik hatte der US-Präsident eine klare Schuldzuweisung an Rechtsextreme wegen der Gewalt in Charlottesville zuvor vermieden. Im Gegensatz dazu verurteilten hochrangige Regierungsvertreter den Angriff eines mutmasslichen Rechtsextremisten mit einem Auto auf eine Gruppe Gegendemonstranten scharf. Justizminister Jeff Sessions sprach von «einheimischem Terrorismus», Vizepräsident Mike Pence von «gefährlichen Randgruppen».

Trump stand seit der Gewalt bei einem rechtsextremen Aufmarsch, durch die am Samstag in der Universitätsstadt Charlottesville eine 32-Jährige Gegendemonstrantin getötet wurde, in der Kritik. Zahlreiche Politiker der Demokraten und seiner eigenen Partei hatten Trump vor­geworfen, die Rechtsextremen nicht klar als Schuldige zu benennen. Stattdessen hatte Trump die «Gewalt auf vielen Seiten» verurteilt und damit die Rechtsextremen auf eine Stufe mit den antirassistischen Gegendemonstranten gestellt. (sda)