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Trump pokert mit hohem Einsatz

Zur Sache
Walter Brehm

Nach Jahren der Zurückhaltung Washingtons scheint der Prediger des «America first» in Syrien zur herkömmlichen Politik zurückzukehren: Bomben und Raketen statt Worte. Will Donald Trump Barack Obamas Politik mit den Mitteln George W. Bushs korrigieren? Vorerst hat es sich beim Beschuss eines syrischen Luftwaffenstützpunktes lediglich um eine Strafaktion gegen Syriens Diktator Baschar al-Assad gehandelt.

Bleibt die Frage nach dem Motiv von Trumps Entscheid. Die tiefe Betroffenheit über das Elend syrischer Frauen und Kinder mag man Trump nicht wirklich abnehmen. Vielmehr scheint der US-Präsident der Meinung zu sein, Russland und Iran seien in Syrien nur zu diplomatischen Lösungen zu bewegen, wenn er ihnen zeige, dass er nicht ein Zauderer wie Obama, sondern ein «starker Mann» ist, der ebenso brutal zuschlagen kann wie sie. Trump steht mit diesem riskanten Versuchsballon nicht allein da. Die wichtigsten Europäer, Frankreichs Präsident Hollande und die deutsche Kanzlerin Merkel, haben den US-Luftschlag akzeptiert.

Moskaus hat den Angriff «gegen einen souveränen Staat» verurteilt. Doch die russische Luftabwehr in Syrien hat den Angriff nicht zu verhindern versucht. Kommende Woche wird sich beim Besuch des US-Aussenministers Tillerson in Moskau zeigen, ob das Weisse Haus dem Kreml ein Angebot machen kann, das Wladimir Putin in Syrien zum Einlenken bewegt. Wenn nicht, hat Donald Trump eine neue Kriegsgefahr geschürt, die weit über den Konflikt in Syrien hinausgehen könnte.

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