Trump mit starkem Auftakt: 3 Erkenntnisse zur Wahlnacht

Donald Trump oder Joe Biden? Das wissen wir noch immer nicht. Einige wichtige Weichen aber sind gestellt.

Samuel Schumacher
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Keystone

Amerikanische Wahlnächte verwirren einem schnell mal die Sinne. Zahlen, Statistiken und interaktive Karten, auf denen die 3007 Bezirke des riesigen Landes mal rot, mal blau aufleuchten. Die Wahlnacht neigt sich dem Ende, die letzten Wahllokale schliessen in diesen Stunden. Drei Erkenntnisse stehen jetzt schon fest:

1) Mit Bidens «blauer Welle» wird es nichts.

In ihren kühnsten Träumen dachten die Demokraten über eine «blaue Welle» nach, die über das Land schwappen und neben den üblichen «Swingstates» auch eigentlich solid-republikanische Staaten wie Texas erfassen könnte. Das scheint – Stand jetzt – nicht einzutreffen. Trump liegt in Texas vorne. Und in den wichtigen Südstaaten Florida, Georgia und North Carolina hat er laut den Analysten der New York Times fast sicher gewonnen.

2) Latinos lieben Trump – mindestens in Florida

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Mindestens im dichtbevölkerten Südosten Floridas (Trumps Wahlheimat) hat der amtierende Präsident erstaunlich viel Unterstützung von Schwarzen und Latinos erhalten. Seine Zahlen hier sind deutlich besser als noch vor vier Jahren. Damals schon gewann er Florida, jedoch primär wegen den Stimmen der zahlreichen weissen Pensionäre, die ihren Lebensabend im «Sunshine State» verbringen. Ein möglicher Grund für die neue Trump-Liebe der Latinos: Viele von ihnen sind aus sozialistischen Regimen geflohen. Donald Trump hat es geschafft, diesem Wählerkreis Angst vor vermeintlich sozialistischen Zuständen unter einem Präsident Biden einzuflössen.

3) Der Gewinner? Der steht noch längst nicht fest

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Alles hängt – wiederum Stand jetzt – von den Swingstates im Norden des Landes ab: Michigan, Ohio, Wisconsin und Pennsylvania. Doch schnelle Klarheit wird es nicht geben. Pennsylvania etwa hat mitgeteilt, einen Grossteil der erhaltenen Briefstimmen nicht mehr in der Wahlnacht auszuzählen. Wir müssen uns also gedulden. Das machen übrigens bislang auch die beiden Kandidaten. Sie haben sich seit Stunden nicht mehr zu Wort gemeldet.