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Trump-Kim-Spektakel geht in die zweite Runde - US-Hardliner sind besorgt

Am kommenden Mittwoch trifft sich US-Präsident Donald Trump erneut mit dem nordkoreanischen Diktator Kim Jong Un. Hardliner in Trumps Stab sind nervös. Sie befürchten, dass die amerikanischen Unterhändler zu kompromissbereit sein könnten.
Renzo Ruf, Washington
Ob Kim und Trump bei ihrem Wiedersehen auch so gute Laune haben werden wie diese beiden maskierten Imitatoren im chinesischen Wuhan? (Wang He/Getty, 20. Februar 2019)

Ob Kim und Trump bei ihrem Wiedersehen auch so gute Laune haben werden wie diese beiden maskierten Imitatoren im chinesischen Wuhan? (Wang He/Getty, 20. Februar 2019)

Der erste Gipfel war ein Erfolg, zumindest in den Augen der beiden Hauptdarsteller. Also steht nächste Woche die Fortsetzung bevor, vor neuer Kulisse. Nachdem sich der US-amerikanische Präsident Donald Trump und der nordkoreanische Diktator Kim Jong Un im Juni 2018 in Singapur getroffen haben, findet die zweite Unterredung der beiden Staatschefs am kommenden Mittwoch und Donnerstag in der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi statt.

So weit, so bekannt. Unklar ist hingegen, was Trump und Kim nächste Woche eigentlich besprechen werden. Die amerikanische Seite beteuert zwar, dass der Gipfel dem Ziel diene, die «komplette Denuklearisierung» der koreanischen Halbinsel voranzutreiben, wie Aussenminister Mike Pompeo am Donnerstag in einem Interview mit dem Fernsehsender NBC sagte. Auf dem Sender Fox Business Network sagte Pompeo, dass die Amerikaner aufs Tempo drückten und hohe Erwartungen an die Nordkoreaner hätten.

Echte Verhandlungen erwartet

Wie dieses Ziel allerdings erreicht werden soll, darüber schweigt sich Washington aus. An einem Hintergrundgespräch mit Journalisten sagte ein anonymer Regierungsmitarbeiter am Donnerstag, dass die amerikanischen und nordkoreanischen Unterhändler derzeit versuchten, bei «mehreren» Themen Fortschritte zu erzielen. Angeblich werde dabei auch über eine Definition des Begriffes «Denuklearisierung» verhandelt, damit beide Seiten sicher sein können, dass sie im Zusammenhang mit den Abrüstungsbemühungen über das Gleiche sprechen. Solange diese Gespräche noch andauerten, wolle er keine Auskunft über den Inhalt geben, sagte der Regierungsmitarbeiter. Er griff in diesem Zusammenhang auf die diplomatische Formel «Nothing is agreed to until every­thing is agreed to» zurück – übersetzt heisst das etwa: Nichts ist geregelt, solange nicht alles geregelt ist.

Der Regierungsmitarbeiter beteuerte zudem, dass es sich bei diesen Vorbereitungsgesprächen um «echte Verhandlungen» handle und dass Nordkorea keine Spielchen treibe. Natürlich wisse er nicht, ob das Regime in Nordkorea bereits die Entscheidung getroffen habe, sich von sämtlichen Massenvernichtungswaffen zu trennen, sagte der Trump-Berater. Aber es bestehe zumindest «die Möglichkeit», dass diese Entscheidung alsbald gefällt werde.

Trump lechzt nach einem Erfolg

Beschleunigt werden soll dieser Prozess, indem die Amerikaner den Nordkoreanern die ökonomischen Vorteile einer Denuklearisierung vor Augen halten. So sprach Präsident Trump diese Woche im Weissen Haus darüber, dass Nordkorea dank seiner geografischen Lage ein unglaubliches Potenzial besitze: «Sie haben Russland, China und dann Südkorea. Und es ist genau in der Mitte.» Vor allem der nordkoreanische Diktator könne diese Argumentation nachvollziehen. «Ich glaube, er versteht es besser als sonst irgendjemand.»

Während seiner spontanen Ausführungen am Mittwoch sagte Trump zudem, er wäre «nicht überrascht», wenn er während der zwei Tage dauernden Gespräche mit Kim, die in einem ähnlichen Rahmen wie in Singapur ablaufen sollen, «eine Lösung» finden werde. Aussagen wie diese bereiten den Hardlinern in seinem Beraterstab grosses Unbehagen. So befürchtet der Nationale Sicherheitsberater John Bolton, dass Unterhändler Stephen Biegun, der im Auftrag des Aussenministeriums den Hanoi-Gipfel vorbereitet, zu kompromissbereit ist – auch weil Trump nach einem aussenpolitischen Erfolg lechzt.

Druck auf Biegun machen ferner das Finanzministerium und das Pentagon, wie einem Artikel der «Washington Post» zu entnehmen ist, weil sie befürchten, dass die Sanktionen gegen Nordkorea gelockert würden. Der anonyme Regierungsmitarbeiter wies diese Kritik am Donnerstag als unbegründet zurück.

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