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Trump gewinnt weiter, Sanders überrascht

WASHINGTON. Donald Trump lud diesmal in einen seiner Luxus-Golfclubs in Florida zur Pressekonferenz. Neben der präsidialen Kulisse mit Sternenbanner und Stehpult stellte sein Wahlkampfteam auf einem Tisch Trump-Produkte aus: Blutrote Trump-Steaks, Hochglanz-Magazine und Wein aus Virginia.
Thomas Spang

WASHINGTON. Donald Trump lud diesmal in einen seiner Luxus-Golfclubs in Florida zur Pressekonferenz. Neben der präsidialen Kulisse mit Sternenbanner und Stehpult stellte sein Wahlkampfteam auf einem Tisch Trump-Produkte aus: Blutrote Trump-Steaks, Hochglanz-Magazine und Wein aus Virginia. Trump gab sich nach seinen Siegen bei den Vorwahlen der Republikaner in Michigan und Mississippi bestens gelaunt. Obwohl sie es nicht verdient hätten, dürften die Reporter gerne eine Flasche seines Weins mit nach Hause nehmen, um sich von der Qualität zu überzeugen.

Es war eine bizarre Pressekonferenz des Spitzenreiters der Republikaner im Rennen um die Präsidentschafts-Nominierung. Er nutzte den Auftritt zu einem guten Teil dafür, seine wenig erfolgreichen Geschäftsideen schönzureden. Den anderen Teil widmete Trump seinen Konkurrenten und dem Establishment der Republikaner, dem er es wieder einmal gezeigt hatte. Später am Abend fügte er seinem Siegeszug noch Hawaii hinzu. Im kleinen Idaho hat der ultrakonservative Ted Cruz gewonnen.

Trump mobilisiert Arbeiter

«Jede Person, die es wagte, mich anzugreifen, ist untergegangen», giftet der Rechtspopulist. Die Parteiführung forderte er auf, den Widerstand aufzugeben und sich hinter ihm zu scharen. «Statt mich zu bekämpfen, sollten sie die Chance nutzen.» Er spielte auf den Zuwachs bei der Wahlbeteiligung an. Wie kein anderer seit Ronald Reagan versteht er es, weisse Arbeiter für die Partei zu mobilisieren. Mit deren Hilfe versucht Trump am nächsten Dienstag John Kasich und Marco Rubio in deren Heimatstaaten Ohio und Florida aus dem Rennen zu werfen.

An diesem Tag ändern sich die Regeln bei den Vorwahlen. Staaten können dann alle Delegierten an den Kandidaten mit den meisten Stimmen vergeben. Wenn Trump die 66 Delegierten in Ohio und 99 in Florida holt, ist das Rennen de facto gelaufen.

Während Kasich laut Umfragen noch eine Chance hat, den Staat zu gewinnen, den er als Gouverneur regiert, sieht es für Senator Marco Rubio in Florida düster aus. Er ist nicht nur der grosse Verlierer dieses Dienstags, sondern erlebt einen Niedergang, der mit jenem Jeb Bushs vergleichbar ist. Die Hoffnung seiner Geldgeber und der Parteieliten auf «die Zukunft der Republikaner» spiegelt sich bisher nicht in den Wahlergebnissen.

Clinton bleibt angreifbar

Die grösste Überraschung des Wahltags gelang aber einem anderen: Bernie Sanders setzte sich in Michigan knapp gegen Hillary Clinton durch, die am Montag in Umfragen noch mit 20 Punkten vorn lag. Damit verpasste die Favoritin im demokratischen Nominierungsrennen die Möglichkeit, den linken Konkurrenten abzuhängen. Dank eines Erdrutsch-Siegs in Mississippi holte sie am Dienstag zwar insgesamt die meisten Delegierten, bleibt aber angreifbar. Wie in Michigan könnte Clinton auch in anderen Staaten des «Rostgürtels» die Handelspolitik zum Verhängnis werden. Sanders schaffte es, die Unzufriedenheit der Wähler mit den Konsequenzen aus dem Nordamerikanischen Freihandelsabkommen (Nafta) auszubeuten.

Kommenden Dienstag steht mit Florida, Ohio, Illinois, North Carolina und Missouri ein zweiter Super-Wahltag an, der bei den Republikanern die Entscheidung bringen könnte. Nach Einschätzung politischer Analysten sind die Vorwahlen in den fünf grossen Bundesstaaten wohl die letzte Möglichkeit, Trump vor dem Parteitag im Juli in Cleveland zu stoppen.

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