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Trump-Gegner hoffen immer noch

Das Anti-Trump-Lager bei den Republikanern hofft auf eine Wende in den Vorwahlen im US-Bundesstaat Wisconsin, die heute stattfinden. Donald Trump liegt in den letzten Umfragen deutlich hinter Gegenspieler Ted Cruz zurück.
Thomas Spang

WASHINGTON. Der Kandidat ahnte, was ihn am traditionellen Fischessen der Republikaner in der «American Serb Hall» erwarten würde. Wohl auch deshalb tauchte Donald Trump am Wochenende erst gar nicht bei den Partei-Aktivisten von Wisconsin auf. Stattdessen schickte er die seelenverwandte Ex-Gouverneurin Sarah Palin aus Alaska, deren Mann vor kurzem mit seinem Motorschlitten verunglückt war. Palin hielt das nicht davon ab, in den Mittleren Westen zu reisen, um den Parteifreunden dort von ihrem «Erweckungserlebnis» zu erzählen, das sie auf den Trump-Zug klettern liess. Während Palin es andernorts schaffte, lahme Versammlungen in Hexenkessel zu verwandeln, erntete sie in Milwaukee nicht mehr als ein müdes Gähnen und hämisches Gelächter.

Erkennbar verschnupft beendete sie ihre Rede für Trump mit einem Dank an die örtlichen Republikaner, «dass ihr mir erlaubt habt, mich zu eurem Fischessen einzuladen».

Cruz klar vorne

Als Ted Cruz kurz darauf auf die Bühne trat, bereiteten die rund eintausend Anwesenden dem ultrakonservativen Gegenspieler Trumps im Rennen um die Präsidentschafts-Nominierung ein rauschendes Willkommen. Cruz warnte das Parteivolk vor einer verheerenden Niederlage in den Wahlen im November, falls die Republikaner mit Trump antreten würden.

Wisconsin gilt dem Anti-Trump-Lager als letzte Hoffnung, dem Rechtspopulisten die Nominierung zu verweigern. Die letzten Umfragen sehen Cruz in dem Wechselwähler-Staat deutlich vorn. Ein Sieg hier, so die Hoffnung der Widersacher des Milliardärs, könnte die schon so oft vorausgesagte «Trump-Dämmerung» einleiten.

Trump will davon nichts wissen. Er kämpft in Wisconsin mit Wahlkampfauftritten bis in die letzte Minute um jede Stimme. In Milwaukee verglich er die Situation am Sonntag mit der vor den Wahlen in New Hampshire. «Die Leute haben gesagt, Trump kann nicht gewinnen, und dann haben wir einen Erdrutsch-Sieg geholt.»

Ohne massive Mobilisierung neuer Wählergruppen und Unabhängiger dürfte dem Rechtspopulisten dies in Wisconsin kaum gelingen. Denn dort hat sich nicht nur der populäre Gouverneur Scott Walker klar gegen Trump positioniert. Der Staat im Mittleren Westen ist auch Heimat von Speaker Paul Ryan, der als Anwärter auf die Präsidentschafts-Nominierung gehandelt wird, falls es zu einem «offenen Parteitag» in Cleveland kommt. Um dies zu verhindern, braucht Trump die Mehrheit von 1237 Delegierten. «Wenn er nur eine Stimme zu wenig hat, wird die Partei nach einer Alternative Ausschau halten», schätzt der konservative Kommentator Joe Scarborough die Stimmung im Partei-Establishment ein.

So sehr eine Niederlage in Wisconsin Trump das Sieger-Image nähme, so sehr würde ihn ein Sieg der Nominierung einen grossen Schritt näherbringen. Gewiss wird der Ausgang der Wahlen die Dynamik des weiteren Rennens beeinflussen, das erst am 19. April in Trumps Heimatstaat New York weitergeht.

Sanders knapp vor Clinton

Ähnlich entfaltet sich die Dynamik bei den Demokraten. In Wisconsin liegt Bernie Sanders in den Umfragen knapp vor Hillary Clinton, die gehofft hatte, zu diesem Zeitpunkt ihren Konkurrenten bereits abgeschüttelt zu haben. Mit einer Reihe an überraschend deutlichen Siegen in Alaska, Washington und Hawaii konnte Sanders vor zwei Wochen den Abstand auf 263 Delegierte verringern. Obwohl Clinton Dank der Super-Delegierten immer noch die überragende Favoritin bleibt, muss sie um die Nominierung weiter kämpfen. Ein Sieg Sanders' in Wisconsin hielte ihm Aussenseiterchancen offen.

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