«Träumen, was wir alles machen könnten»

Die Überlebenden des Massakers von Srebrenica – Frauen, Alte und Kinder – haben nach Kriegsende in der bosnischen Stadt Tuzla gelebt. Dorthin waren sie von der serbischen Soldateska deportiert worden. Nun sind sie aufgefordert zurückzukehren.

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Die Überlebenden des Massakers von Srebrenica – Frauen, Alte und Kinder – haben nach Kriegsende in der bosnischen Stadt Tuzla gelebt. Dorthin waren sie von der serbischen Soldateska deportiert worden. Nun sind sie aufgefordert zurückzukehren. In der Region Srebrenica treffen sie auf eine überwiegend serbische und mehrheitlich arbeitslose Bevölkerung.

Ein neues Zusammenleben

Die Rückkehrer müssen Unterkunft und Auskommen finden – und zudem ein gut nachbarliches Zusammenleben mit den «Feinden» von früher aufbauen. Dabei werden sie von «Vive Zene» – einer bosnischen Frauenorganisation in Tuzla – begleitet. Ein ethnisch gemischtes Team von Psychologinnen und Psychotherapeutinnen betreut die Heimkehrer in Gruppensitzungen oder individuell.

Gemeinsam Lösungen finden

Eine ältere Teilnehmerin an den Treffen erzählt: «Ich komme nach einem fünf Kilometer langen Marsch am Stock zu unseren Treffen. Oft finden wir zusammen eine Lösung für ein Problem und träumen davon, was wir alles machen könnten. Nach den Sitzungen bin ich ganz entspannt.»

«Vive Zene» hat ein Netzwerk von 88 NGO aufgebaut.

Seit 2007 unterstützt auch die Schweizer «Stiftung Kriegstrauma-Therapie» das Projekt in Srebrenica, das für seine Arbeit jährlich 60 000 Franken benötigt. (wbr)

Kontakt: Stiftung Kriegstrauma-Therapie: Arne Engeli, Promenadenstrasse25, 9400 Rorschach. a.engeli@sunrise.ch Bankverbindung: PC 60-41-2 Luzerner Kantonalbank Konto: 01-00-518865-09

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