Tote und Verletzte am Tempelberg

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Jerusalem Der Streit um den Tempelberg in Jerusalem ist am Freitag eskaliert und hat mindestens fünf Menschenleben gefordert. Nach dem Freitagsgebet wurden nach Angaben der palästinensischen Gesundheitsbehörden drei Palästinenser bei Konfrontationen in Ost-Jerusalem getötet und rund 400 weitere in Jerusalem und im Westjordanland verletzt. Mehrere Verletzte schwebten in Lebensgefahr, teilte das Gesundheitsministerium mit.

Am späteren Freitag ist dann ein Angreifer in eine jüdische Siedlung eingedrungen und hat im Westjordanland zwei israelische Zivilisten erstochen, teilte die israelische Armee am Abend mit. Zwei weitere Israelis seien bei dem Messerangriff verletzt worden. Der Täter sei erschossen worden, über seine Identität ist nichts bekannt.

Palästinenser frieren Beziehungen ein

Rings um die Altstadt von ­Jerusalem herrschten gestern grosse Spannungen, es kam zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Palästinensern und israelischen Sicherheitskräften wegen des von Israel stark eingeschränkten Zugangs zur Altstadt und zum Tempelberg. Aus Sorge vor neuer Gewalt während der Freitagsgebete hatte Israel den Zugang zur Altstadt und zum Tempelberg für alle Männer unter 50 Jahren verboten.

Hunderte Palästinenser, darunter religiöse Führer, protestierten gegen die Massnahme. Stellenweise setzte die Polizei Blendgranaten ein. Palästinensische Vertreter hatten zuvor Muslime dazu aufgerufen, in Massen zum Freitagsgebet auf den Tempelberg zu kommen. In den vergangenen Tagen war es dort immer wieder zu Zusammenstössen gekommen. Wegen der verschärften Kontrollen am Jerusalemer Tempelberg hat die Palästinensische Autonomiebe­hörde die diplomatischen Beziehungen zu Israel eingefroren. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas sagte gestern, die Beziehungen würden erst dann wieder aufgenommen, wenn Israel die Sicherheitsmassnahmen wieder aufhebe. (sda)