Burundi

Tote bei Granatbeschuss sowie Zusammenstössen in Burundi

Gewaltsame Zusammenstösse und der Tod dreier Menschen durch Granaten haben eine der grössten Demonstrationen in Burundi seit Beginn der Proteste gegen Staatschef Nkurunziza überschattet. Tausende Menschen waren auf den Strassen.

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Demonstranten springen über brennende Barrikaden in Burundis Hauptstadt Bujumbura

Demonstranten springen über brennende Barrikaden in Burundis Hauptstadt Bujumbura

KEYSTONE/EPA/DAI KUROKAWA

Die Demonstranten versuchten, vom Stadtteil Cibitoke aus in das Nachbarviertel Ngagara zu gelangen. Polizisten und Soldaten, die mit Steinen beworfen wurden, gaben Warnschüsse in die Luft ab, wie ein AFP-Reporter aus der Hauptstadt Bujumbura berichtete.

Unbekannte warfen gegen Abend im Stadtzentrum von Bujumbura zudem zwei Granaten, wodurch mindestens drei Menschen getötet wurden. Mehrere weitere Menschen wurden verletzt, wie die Armee mitteilte. Der Vorfall ereignete sich in der Nähe des alten zentralen Markts von Bujumbura, wo zahlreiche Obst- und Gemüsehändler ihre Waren anbieten.

In Cibitoke spannten die Ordnungskräfte Stacheldraht quer über die Strasse, um die Demonstranten aufzuhalten. Einige der Demonstranten plünderten derweil einen Bierlastwagen und verteilten Flaschen an die jubelnden Regierungsgegner.

Die Polizei hinderte einen AFP-Korrespondenten daran, den Stadtteil Musaga zu betreten. Das Viertel gilt als Hochburg der Gegner von Präsident Pierre Nkurunziza. Am Freitag explodierte auch dort eine Granate, die nach Angaben von Augenzeugen mehrere Soldaten verletzte. Am Donnerstag war die Polizei in Musaga massiv gegen regierungskritische Demonstranten vorgegangen.

Proteste wieder ab Pfingstmontag

Einer der Sprecher der Zivilgesellschaft, Pacifique Nininahazwe, verkündete unterdessen, dass die Proteste für zwei Tage über das Pfingstwochenende ausgesetzt würden. Dadurch könnten die Menschen "diejenigen würdig beerdigen, die für die Demokratie gestorben sind". Ab Montag würden die Demonstrationen dann "mit noch mehr Kraft" fortgesetzt.

Nininahazwe forderte die Regierung auf, "guten Willen zu zeigen" und nicht auf friedliche Demonstranten schiessen zu lassen. Sollte es dennoch Schüsse geben, werde die Protestbewegung den diese Woche mit der Regierung und der Opposition geführten Dialog beenden.

Bei den seit Ende April andauernden Protesten gegen Nkurunziza hatte es in Bujumbura am Donnerstag mehrere Opfer gegeben. Nach vorläufigen Angaben des Roten Kreuzes erschoss die Polizei mindestens zwei Demonstranten. Insgesamt wurden bei gewalttätigen Zusammenstössen schon an die 25 Menschen getötet.

In der vergangenen Woche unternahmen Teile der Armee zudem einen Putschversuch gegen Nkurunziza, der jedoch scheiterte. Die Proteste richten sich insbesondere gegen die Kandidatur des seit zehn Jahren amtierenden Staatspräsidenten für ein drittes Mandat. Die Regierungsgegner sehen darin einen Verstoss gegen die Verfassung, die lediglich zwei Amtszeiten für das Staatsoberhaupt vorsieht.