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Tod eines Wandelbaren

Deutschland Der frühere Bundesminister und CDU-Generalsekretär Heiner Geissler ist tot. Sein Sohn Dominik bestätigte gestern entsprechende Meldungen deutscher Medien. Geissler wurde 87 Jahre alt.

Mit Heiner Geissler stirbt eine der prägendsten und auch umstrittensten Figuren der Bonner Republik. Er war ein früher Weggefährte des im Juni verstorbenen Altkanzlers Helmut Kohl. Der gebürtige Baden-Württemberger wurde 1967 Sozialminister im Bundesland Rheinland-Pfalz, 1969 wurde Kohl Geisslers Chef als Ministerpräsident. 1977 folgte Geissler Kohl in die Bundespolitik. Er wurde Generalsekretär der CDU und managte bis 1989 deren Wahlkämpfe. Zudem übte er ab 1982 das Amt des Bundesfamilienministers aus.

In seiner Zeit als Generalsekretär sorgte er mit diversen Aktionen und Aussagen für Furore. So liess er 1977 eine Broschüre veröffentlichen, in der viele bekannte linke und liberale Kulturschaffende und Politiker als «Sympathisanten des Terrors» bezeichnet wurden. Gemeint war der Terror der RAF. Die SPD ­bezeichnete er 1983 als «Fünfte Kolonne» des Ostblocks.

Die Aussagen des damaligen Scharfmachers blieben nicht ohne Widerhall. Altkanzler und SPD-Chef Willy Brandt sagte 1985 über Geissler: «Ein Hetzer ist er, seit Goebbels der schlimmste Hetzer in diesem Land.»

1989 kam es zum Bruch mit Helmut Kohl. Geissler versuchte am Bundesparteitag in Bremen erfolglos, den Kanzler vom Thron zu stossen. Geissler gab sein Amt als Generalsekretär ab und blieb noch bis 2002 im Bundestag.

In seinen späten Jahren vollzog der einstige Jesuitenschüler einen politischen Wandel. Geissler wurde Mitglied der globalisierungskritischen Organisation Attac und fiel mit kapitalismuskritischen Äusserungen auf. In einer Talkshow, in denen er ein zunehmend gern gesehener Gast wurde, sagte er 2007: «Das gegenwärtige Wirtschaftssystem ist nicht konsensfähig und zutiefst undemokratisch, es muss ersetzt werden durch eine neue Wirtschaftsordnung.» (dlw)

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