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Kommentar

Theresa Mays Abgang – das Ende einer miserablen Premierministerin

Unser Grossbritannien-Korrespondent Sebastian Borger stellt der abgetretenen Theresa May gar kein gutes Zeugnis aus. Er meint: May wird als total überforderte, miserable Premierministerin in die Geschichte eingehen.
Sebastian Borger, London
Sebastian Borger.

Sebastian Borger.

Eine klar strukturierte, intelligent formulierte Rede, vorgetragen mit Überzeugung und Emotion – Theresa Mays Rücktrittserklärung enthielt alle Elemente guter politischer Kommunikation. Leider hat die britische Premierministerin in ihrer knapp dreijährigen Amtszeit diese elementare Tugend einer Politikerin im 21. Jahrhundert vermissen lassen.

Zurecht betonte die Konservative am Freitag: Für den anstehenden Brexit müssen beide Seiten Kompromisse machen. Dass sie sich für diese Binsenweisheit ausgerechnet des legendären Nicholas Winston bediente, stiess manchem sauer auf. Der Geschäftsmann hatte 1938/39 jene Kindertransporte mitorganisiert, die mehr als 10'000 jüdischen Kindern vor der Nazi-Mordmaschinerie retteten. May hingegen stand als Innenministerin für die härteste Haltung gegenüber (Kinder)-Flüchtlingen; ihre Politik der «feindseligen Umgebung» trieb Hunderte völlig legaler Immigranten aus der Karibik ins Elend oder sogar in den Tod.

So kompromisslos wie in dieser Frage präsentierte sich May auch viel zu lang beim Brexit. Weil sie in ihrer EU-feindlichen Partei den vermeintlichen Makel wiedergutmachen wollte, beim Referendum für den Verbleib gestimmt zu haben, machte sie sich die härteste aller harten Linien zueigen. Gesprächen mit der Opposition wich sie aus, im Gegenteil: Mit der desaströsen vorgezogenen Neuwahl vor zwei Jahren wollte sie Labour kaputtmachen und durchregieren. Selbst nach dem demütigenden Verlust der Mehrheit ging sie nicht auf die Vertreter jener 48,1 Prozent zu, die wie sie selbst die EU-Mitgliedschaft für wertvoll gehalten hatten.

Erst nach den historischen Niederlagen im Parlament besann sich May auf jene Kompromissbereitschaft, die sie nun predigt. Zu spät – viel zu lang hatte sie dem engen Nationalismus und EU-Hass ihrer Parteirechten Zucker gegeben. Dass deren Vertreter ebenso wie Nationalpopulist Nigel Farage nun unentwegt von Mays «Verrat» und Grossbritanniens «Demütigung» reden, ist die Folge. May wird als total überforderte, miserable Premierministerin in die Geschichte eingehen.

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