Terrorwarnung aus den USA

Washington hat Reisende nach Europa vor möglichen Anschlägen gewarnt. Die US-Geheimdienste sehen eine direkte Verwicklung Osama bin Ladens.

Thomas Spang
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Washington warnt vor Terrorgefahr, zum Beispiel in Paris. (Bild: ap/Laurent Cipriani)

Washington warnt vor Terrorgefahr, zum Beispiel in Paris. (Bild: ap/Laurent Cipriani)

Washington. Das US-Aussenministerium fordert Amerikaner auf dem Weg nach oder in Europa auf, besondere Umsicht walten zu lassen. Es bestünde die Möglichkeit «von Angriffen auf öffentliche Verkehrsmittel und andere touristische Infrastruktur», heisst es in einer gestern veröffentlichten offiziellen Reisewarnung.

«Aktuelle Informationen weisen darauf hin, dass Al Qaida und angeschlossene Organisationen weiter Terroranschläge planen.» Die Partner in Europa hätten Massnahmen ergriffen, «sich vor Terrorangriffen zu schützen».

Kein Grund, nicht zu reisen

Ausdrücklich hebt das Aussenministerium hervor, es gebe keinen Grund, nicht nach Europa zu reisen. Die Warnung sei gedacht, Amerikaner daran zu erinnern, Augen und Ohren offen zu halten und ungewöhnliche Aktivitäten zu melden. Die US-Regierung rate nicht von Reisen ab und erwäge einen solchen Schritt auch nicht.

Westliche Geheimdienste haben in den vergangenen Wochen ungewöhnlich viele und konkrete Hinweise auf eine bevorstehende Anschlagswelle in Deutschland, Grossbritannien und Frankreich erhalten. Nach Darstellung eines Insiders in Washington hätten verschiedene Gruppen in Pakistan die Pläne «zu verschiedenen Reifegraden» entwickelt. «Sie haben ein besorgniserregendes Niveau erreicht», heisst es.

Immer wieder sprechen Sicherheitsexperten von einer koordinierten Anschlagswelle nach Vorbild des Terrorkommandos von Bombay im Jahr 2008.

Kein Beweis gegen Bin Laden

Hinweise auf Pläne für vergleichbare Kommandoaktionen der Al Qaida in europäischen Städten stammen anscheinend offenbar aus der Vernehmung eines 36jährigen Deutschen afghanischer Abstammung.

Der pakistanische Geheimdienst behauptet, acht deutsche Staatsbürger und zwei Briten stünden im Zentrum der aktuellen Terrorpläne.

In Washington hiess es, es gebe deutliche Hinweise, dass Osama bin Laden, der flüchtige Führer der Al Qaida, persönlich seine Finger im Spiel habe. Es gehe Bin Laden darum, innerhalb des Terrornetzwerks die Stärke und Handlungsfähigkeit der Al-Qaida- Zentrale unter Beweis zu stellen.

Allerdings gibt es nach wie vor keine offizielle Bestätigung oder gar konkrete Beweise, dass Bin Laden tatsächlich persönlich in Terrorpläne für Europa verwickelt ist.

USA setzen Drohnenkrieg fort

Am Wochenende setzte der amerikanische Geheimdienst CIA seine Luftoffensive mit ferngesteuerten Drohnen gegen Ziele im Nordwesten Pakistans fort. Bei zwei unterschiedlichen Angriffen töteten die High-Tech-Waffen mindestens sechzehn bewaffnete Kämpfer. Ob auch dabei ein direkter Zusammenhang zu den Terrorwarnungen in Europa bestand, blieb unklar.

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