Terrorismus in Tunesien

Etwa 3000 mehrheitlich junge tunesische Staatsbürger sind offiziellen Angaben gemäss bislang in den «Heiligen Krieg» nach Syrien und Irak gezogen. Die meisten davon sollen auf der Seite der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) kämpfen.

Markus Symank/Kairo
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Etwa 3000 mehrheitlich junge tunesische Staatsbürger sind offiziellen Angaben gemäss bislang in den «Heiligen Krieg» nach Syrien und Irak gezogen. Die meisten davon sollen auf der Seite der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) kämpfen. Doch auch im eigenen Land wächst die Bedrohung durch die radikalen Islamisten. So verübt die Gruppe Ansar al-Scharia seit 2011 immer wieder Anschläge auf Sicherheitskräfte. Im Jahr 2012 griffen Terroristen ausserdem die amerikanische Botschaft in Tunis an. Festgesetzt haben sich die radikalen Islamisten vor allem in der gebirgigen Region Chaambi entlang der Grenze zu Algerien, von wo aus sie im Juli dieses Jahres bei dem bislang blutigsten Überfall 14 Soldaten töteten.

Auch aus dem Nachbarland Libyen gelangen Kämpfer über die Grenze. Unter dem Ben-Ali-Regime wurden Islamisten jeder Couleur massiv unterdrückt. Wer in der Öffentlichkeit Bart oder Schleier trug, musste mit Verhaftung rechnen. Nun werfen Beobachter der in der Regierung dominanten Partei Ennahda vor, zu wenig entschlossen gegen die terroristische Bedrohung vorzugehen. Seine europäischen Partner hat Tunis zuletzt mehrfach um Beistand im Anti-Terror-Kampf gebeten.

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