Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Bleifuss-Idee in Italien: Tempo 150 – aber bitte rauchfrei

Auf einigen Autobahnabschnitten Italiens soll künftig Tempo 150 statt 130 gelten. Dafür darf im Auto nicht mehr geraucht werden. Dies sieht der Entwurf zur neuen Strassenverkehrsordnung vor.
Dominik Straub, Rom
Die Autobahn A14 in den Abruzzen. Bild: Getty

Die Autobahn A14 in den Abruzzen. Bild: Getty

Nach der Senkung des Rentenalters und der Einführung eines Bürgereinkommens plant die selbsternannte «Regierung des Wandels» in Rom die nächste Revolution: Die rechtsradikale und autofreundliche Lega und die ökologisch angehauchte Fünf-Sterne-Protestbewegung wollen die Strassenverkehrsregeln umpflügen. In einem Gesetzesentwurf, der Anfang dieser Woche im Parlament präsentiert wurde, ist unter anderem Tempo 150 auf einigen Autobahnen vorgesehen; heute gilt im Belpaese Tempo 130. Gleichzeitig sollen mit anderen Massnahmen die Verkehrssicherheit erhöht und ökologische Transportmittel gefördert werden.

Die Bleifuss-Idee mit Tempo 150 stammt, wie könnte es anders sein, von der Lega. «Die aktiven und passiven Sicherheitssysteme der Autos und der Autobahnen haben in den letzten Jahren so grosse Fortschritte gemacht, dass es kaum noch zweckmässig ist, die alten Tempovorschriften aufrechtzuerhalten», betont Alessandro Morelli, Präsident der Transportkommission der Abgeordnetenkammer.

Nur auf dreispurigen Autobahnen

Tempo 150 würde zudem nur auf Autobahnabschnitten eingeführt werden, die in beide Richtungen mindestens drei Spuren haben, mit grossflächigen Geschwindigkeitskontrollen ausgestattet sind sowie einen regenableitenden Belag aufweisen. Damit kommt nur noch ein kleiner Teil des Autobahnnetzes für das höhere Tempolimit in Frage.

Telefonieren mit Handy stärker bestrafen

Die Fünf Sterne, deren erklärtes Ziel eigentlich «Zero Emission» wäre, sind vom Vorschlag des Regierungspartners natürlich wenig begeistert. Ihre Zustimmung zum Gesetzesentwurf haben sie sich durch einige Konzessionen seitens der Lega vergelten lassen. Punkt 1: Um die Verkehrssicherheit und zugleich die Volksgesundheit zu verbessern, soll in Italien ein generelles Rauchverbot im Auto eingeführt werden. Punkt 2: Die Strafen für den Gebrauch von Handys während des Fahrens – in Italien inzwischen die häufigste Unfallursache – sollen massiv verschärft werden.

Velos und Tretroller gezielt fördern

Unter anderem wird ein automatischer Führerausweisentzug erwogen. Punkt drei: Ökologische Verkehrsmittel wie das Velo oder elektrische Tretroller sollen im Stadtverkehr bevorzugt und finanziell gefördert werden. Noch handelt es sich bei den Vorschlägen erst um einen Entwurf. Laut Emanuele Scagliusi, dem Erstunterzeichner der Vorlage in der Abgeordnetenkammer, sollen nun noch diverse Verbände und Interessengruppen angehört werden. Der Verband ehemaliger Strassenpolizisten hat sich bereits zu Wort gemeldet: Die Anhebung des Tempolimits auf Autobahnen bringe «keinen einzigen Vorteil, dafür aber zahlreiche Nachteile: höherer Treibstoffverbrauch, höhere Risiken, mehr Unfälle und damit mehr Staus – und kein bisschen Zeitgewinn».

Die Beratungen zur definitiven Gesetzesvorlage sollen voraussichtlich im März beginnen; grosse Korrekturen am vorliegenden Entwurf werden jedoch nicht erwartet.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.