Tausende fliehen nach Russland

Über eine halbe Million Menschen fliehen vor dem Konflikt in der ostukrainischen Region Donbass. Zurückkehren will kaum jemand. Indes wird der Platz in den russischen Auffanglagern knapp.

Roman Hertler / Adrian Lemmenmeier
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Flüchtlinge aus dem Donbass hoffen in Russland auf eine bessere Zukunft. (Bild: Adrian Lemmenmeier)

Flüchtlinge aus dem Donbass hoffen in Russland auf eine bessere Zukunft. (Bild: Adrian Lemmenmeier)

«Als wir im Bus von Donezk aus losfuhren, fielen Schüsse von beiden Seiten der Strasse. Meine Nerven lagen blank. Die Grenze zur Krim erreichten wir aber heil.» Gennadi ist einer von über einer halben Million Flüchtlinge, die vor dem Krieg in der Ostukraine nach Russland geflohen sind. Er und zwei weitere Flüchtlinge erzählen, wie sie aus dem Krisengebiet flohen, was sie zurückliessen, wie es ihnen in Russland geht. In einem Punkt sind sie sich einig: Sie wollen den russischen Pass.

Schätzungen zufolge beantragen lediglich ein Viertel der ukrainischen Emigranten Asyl. Viele werden von Verwandten und Bekannten aufgenommen; Freiwillige stellen den Flüchtlingen Zimmer zur Verfügung. Private greifen damit dem Staat unter die Arme, dessen Migrationspolitik nicht nur goutiert wird. Einige Russen befürchten die Senkung staatlicher Löhne und Renten zugunsten der Flüchtlingshilfe.

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