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SYRIEN-KONFLIKT: Zweifel an Israels Lufthoheit

Nach dem Abschuss einer israelischen F-16 über Syrien droht sich der Syrien-Konflikt über die Landesgrenzen hinaus auszuweiten. Israel hat gegenüber dem Iran «rote Linien» definiert.
Maayan Lubell und Lisa Barrington, Reuters
Überreste einer nicht explodierten Rakete nahe der israelischen Grenze. (Bild: Zyad Shoufi/EPA (10. Februar 2018))

Überreste einer nicht explodierten Rakete nahe der israelischen Grenze. (Bild: Zyad Shoufi/EPA (10. Februar 2018))

Maayan Lubell und Lisa Barrington, Reuters

Die syrische Luftabwehr hat am Samstag ein israelisches Kampfflugzeug abgeschossen, das auf dem Rückweg von einem Angriff auf iranische Militäreinrichtungen in dem Land war. Zuvor war nach israelischen Angaben eine iranische Drohne in den Luftraum Israels eingedrungen.

Der Abschuss der F-16 ist die bislang schwerste Konfrontation zwischen Israel und den vom Iran unterstützten Truppen in Syrien. Die zwei Piloten konnten sich mit dem Schleudersitz retten, einer von ihnen wurde jedoch schwer verletzt. Sein Zustand gilt inzwischen als stabil, nach Angaben von Ärzten schwebt er nicht in Lebensgefahr.

Die israelische Regierung bewertete den Zwischenfall als gravierende Verletzung der staat­lichen Souveränität Israels durch den Iran. In westlichen Diplomatenkreisen sprach man von einem vermutlich isolierten Vorfall. Auch ein Vertreter der regierungstreuen Allianz in Syrien ging von begrenzten Folgen aus. Es sei eine Botschaft an Israel gesandt worden, sagte er. «Ich glaube nicht, dass sich daraus ein regionaler Krieg entwickeln wird.»

Stundenlanger Angriff auf Ziele in Syrien

Der Iran kämpft in Syrien auf Seiten von Machthaber Baschar al-Assad und hat sich eine immer stärkere militärische Präsenz im Land aufgebaut. Die Spannungen entlang der nördlichen Grenzen Israels mit Syrien und dem Libanon verschärfen sich seit Wochen. Die iranische Drohne war nach israelischen Angaben am Samstagmorgen nahe der Stadt Bet Shean nach Israel eingedrungen. Ein Kampfhelikopter schoss sie ab.

Bei den folgenden israelischen Angriffen von mindestens acht Flugzeugen habe die Luftwaffe über mehrere Stunden Ziele im südwestlichen Umland von Damaskus und im Osten der Provinz Homs attackiert, erklärte die in Grossbritannien ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte (SOHR). Das israelische Militär beschoss nach eigenen Angaben zwölf syrische und iranische Stellungen, darunter auch eine Luftabwehreinheit. Die syrische Armee gab an, sie habe noch weitere israelische Flugzeuge getroffen. Der Iran bestritt, eine Drohne nach Israel geschickt zu haben.

Hisbollah sieht «neue strategische Phase»

Mit dem Zwischenfall gerät die bisher uneingeschränkte Luft­hoheit Israels in der Region in Zweifel. Die proiranische Hisbollah-Miliz im Libanon sprach nach dem Abschuss von einer «neuen strategischen Phase».

Der ehemalige israelische Luftwaffenchef David Ivry sagte der Nachrichtenagentur Reuters, es sei wohl das erste Mal, dass überhaupt eine F-16 seines Landes seit dem Einsatzbeginn in den 80er-Jahren abgeschossen worden sei.

Israel wehrt sich gegen iranische Präsenz

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu kündigte gestern Abend nach Telefonaten mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und US-Aussenminister Rex Tillerson an, sein Land werde sich gegen jede Bedrohung verteidigen. Israel wolle Frieden, werde sich aber gegen jeden Angriff verteidigen und gegen iranische Versuche vorgehen, sich dauerhaft in Syrien festzusetzen.

«Wir haben klare rote Linien gezogen», sagte Netanjahu gestern nach Medienberichten. Israel werde weiter entsprechend vorgehen. Israel hat in den vergangenen Jahren zwar darauf geachtet, nicht in den syrischen Bürgerkrieg verwickelt zu werden, zugleich aber vielfach Luftangriffe gegen Ziele in Syrien und dem Libanon geflogen, wenn es seine «roten Linien» überschritten sah. Dazu zählen die Lieferung moderner Waffen an die Hisbollah sowie der Aufbau einer dauerhaften Militärpräsenz des Irans in Syrien nahe der israelischen Grenze.

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