SYRIEN: Assads Armee erobert Deir Essor zurück

Mit dem Verlust der ostsyrischen Stadt Deir Essor hat die Terrormiliz Islamischer Staat sämtliche Grossstädte verloren, die sie seit 2014 erobert hatte.

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Mit der Einnahme der ostsyrischen Stadt Deir Essor durch Regierungstruppen hat die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) die letzte Grossstadt unter ihrer Kontrolle verloren. Die Truppen von Präsident Baschar al-Assad hatten dabei iranische und russische Unterstützung. Die Regierungstruppen hätten die «komplette Kontrolle» über die Stadt übernommen, berichteten Staatsmedien gestern. Die IS-Miliz hatte die Stadt Deir Essor und die umliegende Provinz 2014 fast vollständig in ihre Gewalt gebracht.

Ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP berichtete von schweren Schäden in der Stadt. Ganze Gebäude seien eingestürzt und viele Fassaden zerstört. Sprengstoffexperten waren damit beschäftigt, die zahlreichen Minen in der Stadt zu entschärfen. Mit dem Fall von Deir Essor haben die Dschihadisten sämtliche Grossstädte verloren, die sie 2014 erobert hatten.

Militärisches Ende des IS zeichnet sich ab

Im Juli war ihre irakische Hochburg Mossul nach monatelangen Kämpfen an die Regierungstruppen gefallen, und im Oktober verloren sie auch ihre informelle syrische Hauptstadt al-Rakka an das kurdisch-arabische SDF-Bündnis. Inzwischen kontrollieren sie nur noch die Stadt Abu Kamal an der Grenze zum Irak und einige Ortschaften auf der anderen Seite der Grenze.

Streit um Resolutionen im UNO-Sicherheitsrat

Unterdessen kündigte sich ein Streit im UNO-Sicherheitsrat zwischen Russland und den USA über die Chemiewaffeninspektoren in Syrien an. Moskau und Washington brachten jeweils einen Resolutionsentwurf zu der anstehenden Verlängerung des Mandats der Expertenmission der UNO und der Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) ein. Der russische Entwurf verlangt, dass der Bericht eines Ermittlerteams zum Chemiewaffenangriff auf die Ortschaft Chan Scheichun im April «eingefroren» wird, bis eine neue «umfassende und hochqualita­tive Ermittlung» vor Ort stattgefunden habe. Die UNO-Experten hatten die syrischen Regierungstruppen für den tödlichen Angriff mit über 80 Toten verantwortlich gemacht. Russland wies den Bericht als unprofessionell zurück.

Die USA brachten am Donnerstag einen eigenen Resolutionsentwurf im Sicherheitsrat ein, der eine Verlängerung des Mandats der Inspektoren des Gemeinsamen Untersuchungsmechanismus (JIM) um zwei Jahre vorsieht. Das Mandat läuft am 16. November aus. (sda)