Streit um religiöse Stätten spitzt sich zu

Jerusalem Unter starkem Protest Israels hat der Welterbe-Ausschuss der Unesco eine Resolution zu Kontrollen auf dem Jerusalemer Tempelberg angenommen. Damit spitzt sich der Streit in der UNO-Kulturorganisation über den Umgang mit religiösen Stätten in Jerusalem zu.

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Jerusalem Unter starkem Protest Israels hat der Welterbe-Ausschuss der Unesco eine Resolution zu Kontrollen auf dem Jerusalemer Tempelberg angenommen. Damit spitzt sich der Streit in der UNO-Kulturorganisation über den Umgang mit religiösen Stätten in Jerusalem zu.

Eingebracht hatten die Resolution mehrere arabische Länder. Sie kritisieren Israel darin für Kontrollen an der Al-Aqsa-Moschee auf dem Tempelberg. Diese ist für Moslems die wichtigste Moschee ausserhalb Saudi-Arabiens.

In dem Textentwurf der Resolution hatten die Initianten den Namen Tempelberg durchgehend in Anführungszeichen gesetzt. Israel interpretiert das als Leugnung der jüdischen Verbindungen zu der heiligen Stätte. Zehn Länder stimmten für das Papier, zwei dagegen, acht enthielten sich. Ein Mitgliedstaat war bei der Abstimmung nicht dabei. Israels Unesco-Botschafter Carmel Shama kritisierte die Resolution scharf. Sie sei nicht einmal «die Energie wert, die es braucht, um sie zu schreddern», sagte er gestern in Paris. Bereits Mitte Oktober war eine ähnliche Resolution angenommen worden – ebenfalls auf Initiative von arabischen Staaten. Darin wurde Israel für Kontrollen und Ausgrabungen in Ost-Jerusalem kritisiert. In dem Dokument wurden fast durchgehend nur die arabischen Namen für die Stätten verwendet. Auch darin sieht Israel eine Missachtung der jüdischen Wurzeln in Jerusalem. (dpa)