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Sponsoren ziehen sich zurück

Der Widerstand in den USA gegen Donald Trump weitet sich aus. Apple will den Nominierungsparteitag der Republikaner nicht mehr mitfinanzieren. Der bedrängte Kandidat entlässt seinen Wahlkampfmanager.
Thomas Spang

WASHINGTON. Corey Lewandowski übernimmt angesichts massiver Kritik am Wahlkampf von Donald Trump die Rolle des Sündenbocks. Gestern teilte das Wahlkampfteam mit, Lewandowski arbeite nicht länger für Trump. Verbunden mit einem Dank «für die harte Arbeit und seine Hingabe» wünscht ihm der Präsidentschaftskandidat «das Beste für die Zukunft».

Trump wird seit Wochen kritisiert, die Chancen der Republikaner in den Wahlen im November mit seinem Verhalten zu gefährden. Statt zu versuchen, die Partei nach den Vorwahlen zusammen zu bringen und politisch in die Mitte zu rücken, polarisierte der Kandidat weiter.

Firmen ziehen sich zurück

Erst irritierte der Rechtspopulist mit seinen rassistischen Angriffen auf einen Bundesrichter, dann verstärkte seine wenig staatsmännische Reaktion auf das Massaker von Orlando den Eindruck, Trump habe nicht das Format für das Weisse Haus.

Die Kontroversen spiegeln sich auch in den Umfragen, seine Popularität schwindet. Doch Trump erweist sich als beratungsresistent und – sehr zum Ärger der Konservativen – als das Gegenteil eines Mannschaftsspielers. Die Rechnung dafür präsentieren der «Grand Old Party» (GOP) die Sponsoren ihres Parteitags, die nicht mit der Marke «Trump» assoziiert werden wollen. Zuletzt entzog Apple den Republikanern die Unterstützung für den Nominierungsparteitag Mitte Juli in Cleveland. Eine offizielle Stellungnahme dazu gab es nicht. Nach dem verbalen Schlagabtausch zwischen Trump und Apple-CEO Tim Cook überrascht der Entscheid aber kaum jemanden. Trump hatte den Konzern angegriffen, seine iPhone in China fertigen zu lassen, während Cook keine Verständnis für die Mexikaner- und Moslem-Hetze hat.

Finanziell lässt sich das Ende des Sponsorings durch Apple verkraften. Symbolisch aber verstärkt es das Unbehagen traditioneller Konservativer über einen Kandidaten, der im Wahlkampf offen auf Rassismus, Protektionismus und National-Chauvinismus setzt.

Vor Apple hatten sich bereits andere Sponsoren vom Parteitag zurückgezogen, darunter die Banken JPMorgan Chase und Wells Fargo, der Autobauer Ford, der Logistik-Riese United Parcel Service, Motorola und die Drogeriemarkt-Kette Walgreens.

Keiner der Konzerne äusserte sich öffentlich zu den Beweggründen, doch die Führer der GOP verstehen die Botschaft. Der ranghöchste Republikaner, Kongress-«Speaker» Paul Ryan, machte aus seinem Frust über den Kandidaten vergangene Woche Luft. Er habe Trump keinen Blankocheck ausgestellt. Unter Umständen werde er seine Unterstützung widerrufen.

Putschversuch am Parteitag?

Die «Washington Post» berichtet derweil von Plänen konservativer «Graswurzel»-Aktivisten, am Parteitag Trump doch noch zu stoppen. Das Blatt zitiert die Mitbegründerin des Zusammenschlusses «Free the Delegates», Regina Thomson, die verspricht, der Parteitag werde «wahres Reality-TV, aber nicht zur Unterhaltung» zeigen. Beobachter geben dem Plan der Rebellen wenig Chancen, dort eine neue Mehrheit organisieren zu können. Dazu sollen die Delegierten von ihrer Pflicht entbunden werden, im ersten Wahlgang den jeweils siegreichen Kandidaten ihres Bundesstaates zu unterstützen.

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