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USA: Sogar Robert De Niro bekam Briefbombe

Die Jagd gegen den unbekannten Bombenbauer, der insgesamt zehn Sprengkörper an prominente Kritiker von Präsident Donald Trump verschickt hat, läuft auf Hochtouren.
Renzo Ruf, Miami
US-Schauspieler Robert De Niro. Bild: Nina Prommer/EPA (Beverly Hills, 25. Oktober 2018)

US-Schauspieler Robert De Niro. Bild: Nina Prommer/EPA (Beverly Hills, 25. Oktober 2018)

Der vom Präsidenten ausgerufene politische Burgfrieden hielt gerade einmal 24 Stunden – bevor er von Donald Trump höchstpersönlich gebrochen wurde.

Am Donnerstagmorgen griff der Bewohner des Weissen Hauses zu seinem Telefon und setzte über den Kurznachrichtendienst Twitter eine Breitseite gegen die «Mainstream Media» ab, die führenden Zeitungen, Nachrichtensender und Online-Plattformen Amerikas. Demnach seien die Medien «zu einem sehr grossen Teil» für die Wut verantwortlich, die sich nun in der amerikanischen Bevölkerung über Politiker breit mache – und die vielleicht nun dazu geführt hatte, dass führende Demokraten und Trump-Kritiker Ziel von Anschlagsver­suchen mittels Paketbomben wurden. Denn die Medien verbreiteten, «hasserfüllt», ständig falsche Nachrichten («Fake News»), schrieb Trump.

Bomben seien nicht von Profis gebaut

Einer der Männer, der ins Visier von Bombenbauern geraten war, setzte daraufhin ebenfalls eine Twitter-Botschaft ab. «Hören Sie endlich damit auf, andere verantwortlich zu machen», schrieb der ehemalige CIA-Direktor John Brennan an die Adresse Trumps. «Schauen Sie in den Spiegel!» Und er deutete an, dass die «aufwiegelnden Rhetorik» des Präsidenten, «die Beleidigungen» und «die Lügen» mitverantwortlich dafür seien, dass eine unbekannte Person Rohrbomben bastelte und sie an insgesamt acht prominente Trump-Kritiker schickte. Die entsprechende Liste musste um die Namen des ehemaligen Vizepräsidenten Joe Biden und des Schauspielers Robert De Niro, der den Präsidenten öffentlich mit einer Obszönität eingedeckt hatte, erweitert werden. Insgesamt verschickte die unbekannte Täterschaft, gemäss dem aktuellen Wissensstand, zehn Pakete, die jeweils eine Rohrbombe enthielten. Zu den Adressaten gehörten auch der ehemalige Präsident Barack Obama und die ehemalige Aus­senministerin Hillary Clinton.

Während Politiker die Sprengkörper als «Akt des Terrorismus» verurteilten, äusserten sich Vertreter der Ermittlungsbehörden zurückhaltender. Zahlreiche Bombenspezialisten verwiesen darauf, dass die Bomben «funktionsfähig» gewesen seien, aber wohl nicht von einem professionellen Bombenbauer stammten.

In rechten Medienorganen wurde deshalb bereits munter darüber spekuliert, dass die Bomben Imitationen gewesen seien, hinter denen die Gegner des Präsidenten stünden. Auch verteidigten politische Verbündete des Präsidenten dessen harsche Kritik an der Vierten Gewalt. So berichteten Medien nur gegen Gewaltdrohungen gegen Demokraten, donnerte etwa der Radio- und Fernsehmoderator Sean Hannity. Kein Thema sei es hingegen, wenn rechte Politiker wie der Senator Mitch McConnell während einer Mahlzeit mit seiner Gattin in einem Restaurant gestört werde, oder wenn führende Demokraten wie Maxine Waters dazu aufriefen, den politischen Gegner zu konfrontieren.

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