So wählen unsere Nachbarn

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Insgesamt 6,4 Millionen Österreicherinnen und Österreicher sind am Sonntag aufgerufen, einen neuen Nationalrat zu wählen. Nur Parteien, die mehr als vier Prozent der Stimmen erhalten, dürfen Abgeordnete entsenden. Wählen dürfen alle Staatsbürger ab 16 Jahren. In Österreich gilt das Verhältniswahlrecht, zu vergeben sind 183 Mandate. Das Land ist in neun Wahlkreise unterteilt, diese wiederum in 39 regionale Kreise. Die einzelnen Abgeordneten können nicht direkt gewählt werden, sondern werden von den teilnehmenden Parteien auf Listen gereiht. Auf dem Stimmzettel können nur Parteien angekreuzt werden. Jedoch hat der Wähler die Möglichkeit, Einfluss auf die Parteilisten zu nehmen, indem er einen bestimmten Kandidaten vorreihen kann (Vorzugsstimmrecht). 2008 wurde die Legislaturperiode von vier auf fünf Jahre erweitert, was bis heute kritisiert wird, weil dadurch das Wahlrecht eingeschränkt ist. Die damalige Koalition rechtfertigte die Verlängerung mit einer höheren Effizienz der Regierungsarbeit. Das Argument ist mittlerweile klar widerlegt: Der zuletzt amtierenden schwarz-roten Koalition aus ÖVP und SPÖ ging die Luft schon nach vier Jahren aus, so dass am kommenden Sonntag vorzeitig gewählt werden muss. Die derzeitige Mandatsverteilung im österreichischen Parlament sieht folgendermassen aus: Sozialdemokraten (SPÖ) 52 Sitze, Konservative (ÖVP) 47, Freiheitliche Partei (FPÖ) 40, Grüne 24, Team Stronach (inzwischen aufgelöst) 11, Neues Österreich (Neos) 9. (rgw)