Silberstreifen über dem Irrawaddy-Delta

Drei Wochen nach dem Zyklon kann ausländische Hilfe in Burma anlaufen. Sperren an den Ausfallstrassen von Rangun ins verwüstete Irrawaddy-Delta sind bereits verschwunden.

Willi Germund/Bangkok
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Logistikexperten des Welternährungsprogramms (WFP), die seit fast drei Wochen in der Stadt gewartet haben, sind seit Samstag im Irrawaddy-Delta. Ein formloses Schreiben von Nichtregierungsorganisationen an die Behörden genügt seither für ausländische Hilfsgruppen, um in die Katastrophenregion zu fahren, in der 2,5 Millionen Menschen auf Hilfe warten. «Eine ähnliche Regelung soll auch für Visa gelten», sagte gestern ein UNO-Vertreter. Voraussetzung sei lediglich, dass es um humanitäre Hilfe gehe.

Die Militärjunta gab zwar noch immer keine offizielle Bestätigung der Vereinbarung, die UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon am Freitag nach einem Treffen mit Than Shwe verkündet hatte. Dort hatte sich der Juntachef überraschend bereiterklärt, alle Restriktionen aufzuheben.

An einer Geberkonferenz in Rangun, an der neben Ban Ki Moon rund 50 Länder und Organisationen teilnahmen, machte Burmas Premier, General Thein Sein, noch einmal die Bedingungen des Regimes deutlich: «Jede Hilfe ist willkommen, aber sie darf nicht politisiert werden.»

Nun muss sich zeigen, ob die Koordinierungsstruktur der südostasiatischen Staatengemeinschaft Asean zügig in die Praxis umgesetzt wird. Die Asean hatte sich vor Wochenfrist verpflichtet, die «diplomatische Architektur» der Hilfe bereitzustellen.

Das Tauwetter hat jedenfalls der Geberkonferenz ein gutes Klima verliehen. «Es war ein Treffen der Hoffnungen und der Absichten», sagte Steve Marshall, Leiter der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), in Rangun. Die meisten Staaten bestätigten ihre Zusagen und versprachen mehr Mittel, wenn sie benötigt werden.

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